Krebs Leben – die Kombination der Möglichkeiten

Das Buch von Miriam Reichel ist ein Schatz!

Es ist nicht nur ein Bericht über eine spektakuläre Heilungsgeschichte, die im 1. Teil beschrieben wird, und bleibt nicht nur bei einem persönlich getönten Erfahrungsbericht, sondern geht weit darüber hinaus.

So findet sich in 2/3 des Buches eine auf profunden Daten beruhende Analyse zu vielen Aspekten um eine Krebserkrankung und ihre Therapie.  Es zeigt damit auf, wie viel Unwissenheit im Zusammenhang mit Krebs und seinen Therapiemöglichkeiten nach wie vor herrscht.

Es gibt damit eine grundlegende Basis für einen bewussten, eigenverantwortlichen Weg,  der aus einer Kombination der Möglichkeiten besteht. Erholsamer weise verdammt die Autorin weder das eine – die Schulmedizin – noch das andere – die alternativmedizinischen Möglichkeiten.

Es sollte unbedingt am Beginn des Krebsweges und vor einer Therapieentscheidung gelesen werden, weil die hier gegebenen Informationen entscheidend sein können, ob und auch wie man den einen oder anderen Weg antritt.

Bereits im persönlichen Bericht, finden sich viele wertvolle Hinweise und Botschaften, von welchen ich die für mich Wesentlichsten beschreiben will.

Die aller wichtigste ist wohl folgende:

1. „Meine eigene Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass Krebs heilbar ist.“

Wohlgemerkt handelte es sich um ein Morbus Hodgkin Lymphom in Stadium 4b, mit einer Überlebensprognose von 8 Wochen.

  1. Man braucht, um den Weg zu gehen, einen kundigen Begleiter, der gleichzeitig die Verantwortung ganz bei dem betroffenen Menschen lässt. Das hatte Miriam in ihrem homöopathischen Arzt.
  2. Beginne da, wo Du beginnen kannst, eigenständig. Das war bei Miriam ihre Kohl- Diät, die sie über lange Zeit aufrecht erhielt.
  3. Halte Dich fern von Menschen, welche ihr – unüberprüftes – Wissen ungefragt an Dich heran tragen! Halte Dich fern von Menschen, welche Dich mit mitleidigen Augen betrachten, die nicht an eine Heilung glauben und Dir mit Drohungen und moralischen Appellen („Bist ja Mutter von kleinen Kindern“) nahe treten!
  4. Orientiere Dich an Krebsgeschichten mit einem wirklichen Happy End!
  5. Bevor Du in einen diagnostischen, oft auch belastenden Prozess eintrittst, sei Dir bewusst, welchen Therapieweg Du auf der Basis dieser Diagnose einschlagen willst!
  6. Sei Dir Deines persönlichen Heilungsziels bewusst! Miriam wollte nicht einfach ein paar mehr Monate überleben, sie wollte wirklich gesund sein mit allem, was dazu gehört.
  7. Stell Dir die Frage, was Du von Deinem Leben wolltest und was Du gerne verwirklichen willst!
  8. Nimm die Diagnose wahr, nicht jedoch alles was dran hängt – Statistik, Stigma, Prognose!
  9. Forsche, forsche, forsche – mach´ Deinen Krebs zu Deinem Forschungsprojekt!
  10. Wähle Ärzte, mit welchen ein dialogischer Prozess stattfinden kann, die Dich würdigen in Deiner Expertise, in Deiner Gründlichkeit und dies nicht als nervende Lästigkeit abtun!
  11. Lege Deine Marschroute fest und bleibe ihr beharrlich treu!
  12. Untersuche Deine grundlegenden Überzeugungen zum Beispiel zum Krebs und zum Tod und korrigiere sie, wenn sie einer Heilung nicht förderlich sind!
  13. Nicht jeder Krebs muss eine psychische Ursache haben, lass´ Dich also nicht beirren, wenn es Dir gut geht in Deinem Leben, Du mit Deinem Mann und Deiner Familie glücklich bist, was nicht heißt, dass Du etwas verändern kannst im Sinne eines Dir gemäßen Lebens! Miriam hat Ihre Juristerei an den Nagel gehängt, und ist in ein weit entferntes Land gezogen, wo sie mit ihrem Pferd – wunschgemäß – über den Strand galoppieren kann und Bücher schreibt.
  14. Sei nicht zu zimperlich mit Dir selbst in den Anforderungen, z.B. der disziplinierten Einhaltung der Diät!

Im 2. Teil geht Miriam anhand von ausführlicher Dokumentation von Forschungen auf  sehr wesentliche Fragen ein – z.B. welche Wechselwirkungen sich aus der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen usw. mit einer Chemotherapie ergeben.

Sie geht weiters auf Nahrungsmittel und für Krebs spezifische Diäten,   wie die Budwig oder Gerson Diät ein, und wie sie eine heilsame Wirkung entfalten können.

In Bezug auf die Chemotherapie werden Tests für Tumorprofile vorgestellt, mit welchen man feststellen kann, welche im konkreten Fall überhaupt wirksam sein können.

Es werden die Nebenwirkungen ebenso beschrieben wie Möglichkeiten, sie gering zu halten. Alles sehr detailliert, gründlich und übersichtlich.

Es wird beschrieben, wie wesentlich ein basisches Milieu ist und was man dazu beitragen kann.

In diesem Sinne ist es auch ein Nachschlagwerk, in dem man sich immer wieder vertiefen und damit neu motivieren kann.

Also, ich bin voll begeistert, wie man wahrscheinlich schon festgestellt hat.

Ich möchte nur einen Aspekt erwähnen, der mir wichtig erscheint bei der Lektüre:

Auch wenn alles Sinn macht, was Miriam zu ihrer Heilung unternahm, es sind wohl fundierte Entscheidungen, die da getroffen wurden und das wird auch sehr schlüssig dargelegt, ist es dennoch ihr Weg. Jeder Krebs ist anders und vor allem jeder Mensch ist anders. Bei Miriam war der Krebs ein existentiell bedrohliches Geschehen – es ging ums Überleben. Da geht es nicht darum, ein bissl von dem und ein bissl von dem zu machen, sondern um radikale Maßnahmen.

Bei mir selbst handelte es sich um einen langsam wachsenden Tumor, ein In situ Carcinom. In meiner subjektiven Kranheitstherorie war das Krebsgeschehen ein Ausdruck der erbarmungslosen Härte gegen mich und meine Bedürfnisse. Jahrelang hielt ich mich an diverse, „gesunde“ Diäten und befolgte sie mit großer Strenge.

Für mich war die Krebsdiagnose ein Aufruf, mehr Milde und Mitgefühl im Umgang mit mir walten zu lassen, damit endlich Ausdehnung stattfinden kann. Eine weitere strikte Diät hätte mein Lebenslicht gehörig gedimmt und mich in ein lichtloses Verließ gebracht, weshalb zwar eine grundlegende Orientierung an einer gesunden Ernährungsweise – in meinem Fall die ayurvedische Ernährung – gut war, nicht jedoch eine radikale Einschränkung, wie sie Miriam vornahm.

Ich möchte dies zu bedenken geben, weil ich weiß, dass Menschen, die in einer Krebs-Not sind, sich allzu schnell einem fremden Weg anschließen, wenn er einmal zum Erfolg geführt hat – für jemandem in einer anderen Situation, mit anderen Voraussetzungen.  Oder wie Miriam selbst sagt: „Jeder Weg kann der richtige sein, wenn er selbstbestimmt und aus Überzeugung beschritten wird – und nicht aus Unwissenheit und Angst.“

Das Buch endet mit einer wunderschönen, märchenhaft anmutenden wahren Geschichte von einem Mann, der Heilung erfuhr, indem er sich von der Welt zurückzog, ein rhythmisches, immer gleich bleibendes Leben führte, indem er täglich literweise Säfte trank, viel lief und an seinem (Lebens-)Projekt arbeitete.

Wie das ganze Buch zeigt diese Geschichte, dass alles möglich ist – wenn wir die Verantwortung für unsere Heilung übernehmen, wenn wir beharrlich und treu unseren Heilungsweg gehen, und wenn wir uns nicht vom Außen und dem, was über den Krebs so gedacht wird, beirren lassen.

Das Buch ist ein Booster für Mut, Tatkraft, Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und auch einer Prise Strenge, wie sie nur jemand äußern darf, der es mit einem derartigen Krebsgeschehen zu tun hatte.

Das Buch entfaltet so viel Kraft, weil es von einem wirklichen Krebsprofi geschrieben ist, von einer Frau, die weiß, wovon sie redet, weil sie es selbst erlebt hat und den  Weg gegangen ist. Es ist in diesem Sinne wirklich ein „verständnisvoller Ratgeber, geistiger Leitfaden und seelische Unterstützung. “

 

Danke liebe Miriam für dieses wertvolle Werk!

 

Corona/Krebs – Wahrheit und Wissenschaft

Der Virologe Dr. Christian Drosten war am 24.4. in der ZIB 2. Armin Wolf hatte die Ehre und es war ihm anzusehen, wie begeistert er war, dass es ihm gelang, ein Interview mit ihm zu führen.

Und ja, alles, was Herr Dr. Drosten sagte, war schlüssig, sehr verständlich, einfach ausgedrückt, nicht überheblich – wie viele Menschen in den sozialen Medien bemerkten, bescheiden und sehr sympathisch.

Ja so ist es – spätestens jetzt wissen wir, wie es wirklich ist.

Aber tun wir das wirklich?

Zur Zeit kann ich diese Beeindruckbarkeit gut an mir selbst beobachten – ich höre ein Interview – z.B. jenes von Dr. Drosten und denke – aha, ja sehr schlüssig, eigentlich klar, wenngleich ich bereits mit einem kritischen Ohr zuhöre. Dann höre ich eines von Dr. Wodarg oder vom sehr sympathischen Dr. Arvay, vom klugen, warmherzigen Dr. Bhakdi…. alles sehr schlüssig.

Was soll ich glauben?

Ich gestehe, bei mir ist die Entscheidung schon vor längerer Zeit gefallen.

Auch an Krebskranke wird eine wissenschaftliche Wahrheit herangetragen – Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapie…- das sind die Mittel, mit welchen man den Krebs bekämpft.

Die auf wissenschaftlichen Studien beruhenden Fakten werden mit der gleichen Überzeugungskraft an Menschen herangetragen, wie jetzt die Notwendigkeit einer Impfung, die uns von der drohenden Corona Gefahr befreien wird.

Tausende PatientInnen kommen so gebrieft, man könnte auch sagen, beeinflusst, gar nicht auf die Idee, einen anderen Weg zu gehen, auch weil dieser eine von allen Seiten unterstützt wird. So wird davon ausgegangen, dass, wenn man einen schulmedizinischen Weg geht, man überleben will, sonst gibt man auf. Wir werden vom System unterstützt, indem die Krankenkassen die Kosten für schulmedizinische im Gegensatz zu alternativmedizinischen Methoden übernehmen, die Ärzte uns zugewandt bleiben, die Verwandten beruhigt sind.

Alles andere – wie beispielsweise hochdosierte Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel, eine Ernährungsumstellung, psychologische Unterstützung…. kann man zusätzlich gerne machen, aber doch nicht alleine.

Ebenso gibt es in der Krebstherapie AlternativmedizinerInnen, die ganz und gar die Schulmedizin ablehnen. Auch sie berufen sich auf Studien und Erfahrungen, wenn sie beispielsweise sagen, dass die Chemo mehr Schaden anrichtet als sie Gutes tut. Auch hier eine große Überzeugungskraft, die unseren Blick fokussiert und dadurch blenden kann. Ja so ist es. Ganz klar.

Vor 22 Jahren habe ich 3 Tage nach meiner ersten Krebsdiagnose einen Chirurgen, seines Zeichens eine Berühmtheit auf dem Gebiet von Brustkrebs kontaktiert.

Auf meine Frage, ob ich meinen niedrig malignen Brustkrebs beobachtend (wait and watch), mit einer homöopathischen Therapie und Ernährungsumstellung begleiten könnte, sagte er mit einem tiefen Augen-verdrehenden Seufzer: „Sie haben Krebs!“ und weiter in ungefähr: „Jetzt nehmen wir Ihnen mal die Brust ab, dann sind Sie körperlich geheilt und dann können Sie sich um Ihre Psyche kümmern.“

Glücklicherweise war dieser Chirurg menschlich so unzumutbar, dass eine Behandlung bei ihm nicht in Frage kam.

Aber: es war beeindruckend – es gibt nur diese Möglichkeit, so die Botschaft – State of the Art, nach Stand der Wissenschaft – ist die Ablatio die einzig korrekte Vorgehensweise.

Im Übrigen änderte sich der Stand der Wissenschaft innerhalb von 3 Monaten und so sollte mir, der damals 41-jährigen,  nicht nur die eine sondern auch die andere Brust abgenommen werden – ein 9- stündiger Aufbau sei leicht zu machen (!). Auch die Eierstöcke sollten mir entfernt werden und die jahrelange Einnahme von Tamoxifen, einem Hormonsuppressivum, das mich in einen sofortigen Wechsel gebracht hätte, sei – State of the Art – auch indiziert, so sagte man mir. Sicher ist sicher!

Es ging anders! Und ich fand einen Chirurgen, der mir die Brust beließ und mit liebenden Händen den Tumor entfernte und mir damit ermöglichte, noch 20 Jahre mit meiner Brust zu leben.

Was ich sagen will: Letztlich geht es nicht darum, ob jemand über Überzeugungskraft verfügt. Über eine solche verfügen, man verzeihe mir den Vergleich, Herrscher aller Zeiten. Sie verblendeten den Geist der Menschen und es brauchte lange Zeit, um drauf zu kommen, welch´ tödlichem Irrtum man aufsaß.

Es geht auch nicht (nur) darum, dass eine Theorie schlüssig ist. In sich sind viele Theorien schlüssig – Chemotherapie tötet die Krebszellen und lässt uns überleben, so die von mir zugegeben verkürzt wieder gegebene einleuchtende Theorie. Und das tut sie in vielen Fällen auch. Darüber hinaus stellt sich jedoch die Frage, unter welchen Bedingungen sie auch nachhaltig heilsam wirkt, oder ob sie nicht im Gegenteil die Voraussetzungen schafft, dass dadurch ein neuerliches Krebsgeschehen verursacht wird. Darüber schweigt meines Wissens die etablierte Wissenschaft.

Auch wird nur das Zellgeschehen betrachtet, nicht das Umfeld, sei es das biologische, das individuelle, das psychische, wie auch das der Beziehungen, in welchen der Mensch lebt. Ebenso wird jetzt bezüglich Corona nur auf der Ebene des Virus gesprochen. Der Gesamtkontext – der Einfluss der Immunabwehr und wie sie zu unterstützen ist, wird demgegenüber gar nicht oder zumindest zu wenig ins Bewusstsein gerückt.

Ein weiterer Aspekt ist die Finanzierung von Studien: Man braucht nur das Buch „Die Krebsindustrie“ zu lesen oder den letzten Abschnitt von Langbeins „Weissbuch Heilung“, um zu erfahren, dass die wissenschaftliche Forschung mittlerweile nahezu vollständig von der Pharmaindustrie gesponsert wird, und auch wie die allseits kolportierten Daten zu Stande kommen, dass zum Beispiel die Ergebnisse, welche für deren Wirksamkeit sprechen, mehrmals veröffentlicht werden, solche die die Wirkung nicht bestätigen, hingegen nicht selten unveröffentlicht bleiben.  Um sich ein Urteil zu bilden, sollten wir also fragen, woher die Forschungsgelder kommen und welchem Interesse sie damit folgen.

„In Deutschland gibt es bisher nicht eine einzige Studie, die untersucht, ob und welche der in Kliniken und Praxen eingesetzten Krebsmedikamente tatsächlich den Nutzen für die Patienten bringen, den man laut den Zulassungsstudien erwarten kann. Bei den Pharmaunternehmen erlischt das Interesse in dem Moment, da sie das Medikament zugelassen und auf dem Markt haben, bei den Krankenkassen, da sie es bezahlen müssen und der Preis feststeht. Und für die behandelnden Ärzte gilt, dass sie für weitere Forschungen in der Regel keine finanziellen Mittel haben, weil weder die Industrie noch die Kassen dafür aufkommen wollen. Geld gibt die Industrie meist für Marketingstudien, die der Umsatzsteigerung dienen und nicht der Beantwortung einer ernstzunehmenden Forschungsfrage.“ so Lauterbach (2015, S. 148)

Das ist der Grund, warum Brokkoli keine Lobby hat, warum Nahrungsergänzungsmittel und deren Einfluss auf das Immunsystem nicht untersucht werden und warum auf die Frage nach der Wirksamkeit dieser Mittel schnell einmal mit dem Hinweis auf den Mangel an Studien verwiesen wird. Wie jetzt bei Corona ständig von der Notwendigkeit einer Impfung beziehungsweise pharmazeutischer Produkte verwiesen wird und niemals auf die Unterstützung unserer Basis – nämlich auf Maßnahmen, wie wir unser Immunsystem unterstützen können, sodass wir trotz Infektion nicht schwer erkranken.

Ich würde mir wünschen, dass täglich anstelle der Betonung der Gefahr und der Ohnmacht dem Virus gegenüber Folgendes gesagt wird: „Bitte schauen Sie auf sich. Essen Sie biologisches Gemüse und Obst, atmen Sie bewusst, machen Sie die noch nicht von der Maske bedeckten Augen auf, freuen Sie sich an der Natur, daran, wie sich das Leben durchsetzt. Und freuen Sie sich, dass Sie am Leben sind und atmen können.“

Langer Rede kurzer Sinn:  Nicht alles, was uns mit voller Überzeugung vermittelt wird, ist wahr, weil es oftmals nur einen schmalen Ausschnitt der Wirklichkeit abbildet.

Und es ist an uns, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Wie das viele meiner Krebsgeschwister taten – Miriam Reichel, Gabriele Freytag, Sophie Sabbage und all die Menschen, denen mit eben solcher Gewissheit gesagt wurde, dass sie unbedingt eine schulmedizinische Behandlung brauchen, weil sie sonst nicht mal die wissenschaftlich prognostizierte Lebensdauer – bei Miriam Reichel waren das 8 Wochen – erleben werden.

Sie leben immer noch. Miriam nunmehr seit 15 Jahren, weil und nicht trotzdem sie ihren eigenen Weg gegangen ist, der im Übrigen auch die Schulmedizin einschloss.

Sie alle stellten unbequeme Fragen, starteten ihr eigenes Forschungsprojekt zur Erkundung ihres Krebses und erwarben sich ein Wissen, das über das der wissenschaftlich ausgewiesenen Experten weit hinaus reicht.

Und – sie haben Verantwortung übernommen und den Mut gehabt, für ihre Wahrheit einzutreten.

Nochmal langer Rede kurzer Sinn:

Wir alle verfügen über einem übergeordneten Sinn, der uns erkennen lässt, was für uns wahr und richtig ist. Er ist oftmals vergraben durch eine Erziehung, die uns von uns wegführte, durch Manipulation und Verführung und durch Panikmache, wie jetzt bei Corona.

Diesen Wahrheitssinn sollten wir ent-decken – in einem Fühlen und Erspüren. Vielleicht kann ich nicht erklären, warum etwas von mir als wahr erkannt wird, aber es ist Zweifel-los so.

Was wahrhaftig wahr ist erschließt sich mir aus meiner Resonanz zum Gesamten und dann weiß ich einfach, dass es so ist, wie es ist. Darüber kann es letztlich keine Diskussion geben, weshalb all der aufreibende Austausch über die Wahrheit müßig ist.

Wenn diese meine Wahrheit jedoch bei anderen Resonanz findet, dann ist das ein großes Glück.

Literaturempfehlungen

Freytag, G. (2017). Ein wilder Ort. Marta Press.

Langbein, K. (2014). Weissbuch Heilung. Wenn die Moderne Medizin nicht mehr tun kann. Ecowin.

Lauterbach, K.(2015). Die Krebsindustrie, Wie eine Krankheit Deutschland erobert. Rowohlt

Reichel, M. (2017). Krebs Leben. Die Kombination der Möglichkeiten. Cajus-Verlag

Sabbage, S. (2015). Die Krebsflüsterin. Der 8-schritte-Kompass für einen selbstbestimmten Umgang mit der Krankheit. Irisiana

Momentum, die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für biologische Krebsabwehr verweist immer gut recherchiert auf Forschungsergebnisse https://www.biokrebs.de/gfbk/freundeskreis/momentum-aktuell

Und noch zwei für mich gut dokumentierte und differenzierte Datenanalysen:

https://www.addendum.org/coronavirus/lebensschutz-als-totschlagargument/?fbclid=IwAR17mn35p79HEb_tG0cJF1MLoIrWHV2IdEWXxWmRi52Ea1GNCQTxPh-JHjQ

https://www.martin-hirte.de/coronavirus-2/?fbclid=IwAR2ycUTawSTYDbsChiFHYlwNpkmoFsRc2jRTRk0uW1I5A–6PoR_nq2wX9E

Corona, Facebook und ich

Soll ich oder soll ich nicht? Einfach aussteigen – Cut and Go in eine Fb befreite Welt ohne die eindringende Flut von Nachrichten, Einschätzungen, ohne den emotional hochgeladenen Austausch von Sichtweisen zur Situation, ohne den Zwang, mich zu Wort melden zu müssen.

Spür´ immer mehr, wie es mich auflädt, wie ich drin hänge, wie affiziert ich bin, wie die Welt um und in mir unter geht, wie ich das Leben, das eben jetzt stattfindet, nicht mehr mitbekomme.

Bald wird sie vorbei sein, die ruhigere Zeit, die für mich leider nie eine ruhige war. Schon spüre ich ein wehmütiges Bedauern, sie nicht besser genützt zu haben, das Unmittelbare zugedeckt von Medialem.

Ich bedaure es und ich spüre auch eine Selbstabwertung – ich hätte es anders machen sollen, hätte die Chance, mich in der Stille zu beheimaten, wahrnehmen, mich mit dem Wesentlichen beschäftigen sollen.

Glücklicherweise lese ich gerade das letzte Buch von der sehr verehrten buddhistischen Nonne Pema Chödrön, und hier, wo es, wie auch der Titel heißt, um das Willkommen heißen des Unwillkommenen geht, gilt es zu allererst, alle Facetten meines Seins da sein zu lassen, sie an – zu – erkennen, ohne mein Bewusstsein mit Selbst-Verurteilung zu trüben.

Also: Es gibt einen Sog, der mich schon am Beginn der Corona Krise ergriff, einen Sog, mich zu informieren, Bescheid zu wissen, auch und besonders was die „andere Seite“, der als Verschwörungstheoretiker verunglimpften Menschen wie Dr. Arvay, Dr. Wodarg, Dr. Schiffmann, Dr. Bhakdi und andere betrifft. Und hier wurde ich in facebook fündig. Das war gut.

Der „schlechte“, wenn man das so sagen kann, Teil ist das Sogartige per se, der zunehmende Verlust meiner Seelenfreiheit und meines Seelenfriedens, der stete Drang, nachschauen zu müssen, was es Neues gibt. Und damit auch sehen, wie anders die Situation auch von nahen FreundInnen gesehen wird. Nein, nicht im direkten Gespräch, wo wir zueinander sprechen, wo wir in direktem Kontakt sind, sondern in einem teilweise plakativen und polarisierenden, eigentlich unpersönlichem Austausch von Meinungen, ohne sich aufeinander einzulasssen, ohne Gelegenheit, den zutiefst persönlichen Hintergrund zu erfahren.

Überdies fühle ich mich durch die teilweise heftigen, impulsiven Reaktionen von Menschen, auch wenn sie nicht auf eines meiner Postings gerichtet sind, zunehmend aufgerieben und verletzt.

Ja, ich weiß, das bräuchte ich nicht, es ist aber – in Anerkennung von mir, wie ich halt so bin, einfach so.

Das alles tut mir nicht gut – das durch die Beiträge befeuerte innere Argumentieren, das sich verpflichtet Fühlen, für meine Sichtweise einzutreten, das damit verbundene Verschlossensein gegenüber dem Jetzt und Hier, vor allem die Dauererregung, in der ich seit Wochen bin.

In meinem 20-Jährigen Leben mit Krebs habe ich eines erfahren: dass es immer (nur) darum geht, den guten nächsten Schritt zu tun. Auch wenn er nur klein und unscheinbar ist, geht es nur darum, einen Schritt zu tun, der wie der geniale Eugene Gendlin sagt, das Leben fortsetzt.

Und das ist für mich ein Rückzug aus diesem Medium, wie und in welcher Form weiß ich noch nicht ganz genau.

Ich werde weiterhin meine Blogbeiträge über Fb online stellen, weil ich damit viele Menschen erreichen kann.

Darüber hinaus freu´ ich mich sehr, wenn Ihr an meiner Arbeit und meinen Texten interessiert seid und meinem Blog folgt und Euch der Kommentarfunktion bedient oder mich persönlich anschreibt und mich wissen lässt, wie es Euch geht und wo Ihr grade auf Eurer Lebens-Reise seid.

So und jetzt schicke ich ihn ab und danke Euch sehr für Eure Wahr-Nehmung!

Corona – ein Offenbarungseid

Hab ich was Falsches gesagt? Darf ich das sagen? Verdrehen einige meiner FreundInnen nicht bereits die Augen ob meiner Postings und Meinungen? Hab´ ich mir´s verscherzt? Bin ich schon abgeschoben ins Eck der Verschwörungstheoretiker?

Seit einiger Zeit quälen mich diese Fragen, sie lassen mich stumm werden und ängstlich. Da gehört eine Stellungnahme her, ein Glaubensbekenntnis, weil mehr kann es nicht sein, wissen wir doch alle nix oder nicht genug, um profunde Aussagen treffen zu können. Wie im Übrigen auch die Virologen, die Epidemiologen, die WissenschafterInnen und IntensivmedizinerInnen und auch nicht die Politiker.

Zuvor: Es ist eine allgemeine Gepflogenheit geworden, dass man vor einer kritischen Stellungnahme bekundet, dass man sich an die Regeln hält. So will auch ich das tun: Ja, ich halte mich dran, Maskentragen, Abstandhalten, usw. usf.

Und ja, ich habe den lockdown befürwortet, weil es Sinn machte und eine Klarheit gab, wo zuvor  ein Deutungsspielraum war.  Gleich schloss ich mich beherzt dem solidarischen Ehrgeiz an, beim legendären Kurvenverflachen mitzuhelfen – wär´doch gelacht, das machen wir, gemeinsam sind wir stark, Distanzwahren und Zusammenhalten – „Gemeinsam schaffen wir das!“,  so  Nadja Bernhard am Schluss jeder ZIB 2.

Ich muss zugeben, dass es auch eine Entlastung war – so viele Termine, die ich auf einmal nicht wahrzunehmen brauchte, Frei-Raum, Aufatmen, daheim in meiner kleinen Welt.

Die Ruhe war von kurzer Dauer, fehlte mir doch mein höchstes Lebensgut – meine Freiheit. Allem Wissen um die Sinnhaftigkeit dieser ersten Maßnahmen zum Trotz breitete sich eine Unruhe in mir aus.

Öl ins Feuer waren zu dieser Zeit bereits Videos von durchaus renommierten Ärzten, die die Gefährlichkeit des Virus und damit die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen in Fragen stellten. Scharlatane seien das, ein Irrsinn, dem Unfug Glauben zu schenken, was ist mit den Toten in Italien, in Spanien usw. Ich erspare mir und den LeserInnen die diesbezüglichen Argumente – der Glaubenskrieg, das Bashing begann.

Dann war es soweit – Ostern rückte heran und ich wartete wie viele andere auf die Daten, damit die angekündigten Lockerungen stattfinden konnten und wir – ich zitiere Armin Wolf aus der ZIB 2 – durch die Wohnzimmer unserer lang entbehrten Verwandten spazieren können.

Großer Auftritt des Bundeskanzlers:

In der Tat die Kurve hatte sich deutlich abgeflacht. Aber: Wir befänden uns erst in der Ruhe vor dem Sturm und die Auferstehung sei noch lange nicht in Sicht.

Spätestens hier begann die Irritation. Was jetzt? Kurve in den guten einstelligen Bereich gebracht, aber nein, bald werden die Krankenhäuser überfüllt sein und jeder jemanden kennen, der an Corona verstorben ist (O-Ton des Bundeskanzlers).

Das war beeindruckend.  Aber: irgendetwas stimmt doch da nicht. Nicht mal einen Kaffee sollen wir gemeinsam trinken. Nicht mal dran denken!

Wir können uns zwar mit wildfremden potentiellen Gefährdern im Supermarkt – einzig erlaubte Spielwiese – tummeln, aber meine 92 – jährige Mutter, die als Reaktion auf die Unmöglichkeit unseres wöchentlichen Besuchs in ihrem Lieblingsgasthaus einging wie eine Blume, die zu wenig Wasser erhält, sollte ich nicht besuchen.

Ich gestehe – und ich glaube, das müssten vielleicht auch einige andere tun: ich hab´s getan. Und es ist auch nicht verboten, gehört es in meinem Verständnis unter den Punkt des Hilfs- und Betreuungsleistungen.

Überdies tat sich ein weiterer Widerspruch auf – die Geschäfte sollten am Dienstag nach Ostern öffnen, von einer neuerlichen Erhöhung der Ansteckungszahlen – die übrigens bis gestern ausblieb – wurde ausgegangen. Bald wusste man/frau zwar nicht, was mit seinen/ihren Kindern in naher Zukunft sein wird und auch nicht, wann wir endlich mit einem guten Gefühl die uns wichtigen Menschen sehen können, aber dass die Friseure am 2. Mai öffnen würden, war klar. Und so kann auch meine Mutter, eine leidenschaftliche Friseurgeherin, bald einmal die Friseurin nahe an sich ran lassen.

Etwas unwohl war mir schon, als ich diesen vermeintlichen „Ordnungsübertritt“, als welcher ein solcher seelischer Betreuungsdienst im Bewusstsein der Menschen verankert ist, beging – zur Klarstellung: natürlich unter Berücksichtigung der Abstandsregeln. Mein Mutter derart mit seelischem Wasser begossen, blühte auf, und hielt 7 Tage stimmungsmäßig durch.

Unwohl war mir auch, als viele Prominente seitenweise in auflagenstarken Zeitungen verkündeten, dass sie ihre Verwandten zwar schmerzlich vermissen werden, aber im Kernfamilienkreis das Osterfest begehen werden.

Selbst der von mir sehr geschätzte Herr Bundespräsident verfasste einen handschriftlichen Brief, in dem er eben solches bekundete.

Ebenso Kardinal Schönborn, der betonte, dass seine Mutter ihren 100-jährigen Geburtstag allein feiern werde.

Ja, wenn der Herr Kardinal dieses große Opfer bringt, so sollten wir doch auch die weitaus kleineren erbringen.

Geht´s noch?  – oh, wie gut mir die sprachliche Anleihe an meine Favoritner Vergangenheit tut!. Geht´s noch,  denk´ ich mir, das ist doch unfasslich und ver-rückt, unsere Menschlichkeit sinnlos zu verschwenden und die Gelegenheit sie anzuwenden zu verpassen.

Aber hier kommt es schon, das nächste Hypnoid: wir sollen die Alten, die Risikogruppe schützen!

Was meine Mutter betrifft, ist das klar. Wenn sie der Tod ereilen sollte, dann ist sie, gläubig wie sie ist, einverstanden.

Doch nein, so leicht ist das nicht vom Tisch. Auf den Vorwurf der Entmündigung wird geantwortet, dass wir durch unser unvernünftiges Verhalten zum Kollaps des Gesundheitssystems beitragen – das ist unverantwortlich und zutiefst gefährlich.

Um es festzuhalten – die Kurve war bereits stark abgeflacht.

Plötzlich wandelten sich die Orientierungszahlen – und es war nicht mehr die Reduktion der Ansteckungszahlen sondern die Reproduktionsrate, die handlungsleitend war – also wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, die sollte unter 1 kommen. Derzeit ist sie weit unter 1, also was jetzt? Vor einigen Tagen war es dann die absolute Zahl – die sollte im zweistelligen Bereich sein und da sind wir noch weit entfernt.

Überhaupt können wir auch nie sicher gehen, ob nicht eine zweite Welle kommen kann – also keine Entspannung in Sicht.

All das löst Irritation aus, Fragen tauchen auf, die unbeantwortet bleiben beziehungsweise sogar zurück geschmettert werden.

Die Ungewissheit, die Unsicherheit, was gilt, das Nicht-Nachvollziehen können der Maßnahmen, die Intransparenz, die mangelnde Glaubwürdigkeit macht uns klein.

Immer dieselbe Vorgehensweise: Damoklesschwert vor die Nase gehalten – es ist noch nicht ausgestanden, dann der schon oftmals wiederholte Satz: „Das ist jetzt die entscheidende Woche“ – heißt, „Seid weiter brav!“, weil sonst droht gleich wieder der nächste home-prison Aufenthalt.

So haben sie uns und sorry jetzt muss ich flapsig werden: So manipulieren sie uns. So vermitteln sie uns, dass wir keine andere Sprache verstehen, dass wir offenbar nicht anders zur Einhaltung der Regeln zu bringen sind.

So werden wir brav und stumm.

So werden wir angeregt, andere zu bespitzeln, misstrauisch auf den anderen zu schauen, ihn zu denunzieren.

Aber wo ein Brav-Sein ist, ist auch ein Schlimm-Sein und auf diese Polarität ist kein nachhaltiger Verlass.

Langer Rede – kurzer Sinn:

Mit all dem muss Schluss sein!!!!!

Ich fordere einen Respekt, eine Anerkennung, dass wir Menschen grundsätzlich vernunftbegabte Wesen sind!

Ich fordere eine Anerkennung meiner Menschenwürde, mit allem was dazu gehört!

Ich fordere die Entlassung all der Auftrittsberater, damit wir die wahren Gesichter der PolitikerInnen sehen können, wenn die Masken abgelegt werden und Worte aus dem Herzen, aus der Wahrheit und Aufrichtigkeit kommen und nicht um uns zu manipulieren.

Dann können wir wahrlich solidarisch, gemeinsam und mit Engagement diese Krise bewältigen, und Wandel wird stattfinden und es wird zum Guten sein.

So da musste gesagt werden!

Und ich hab´keine Lust auf Beschimpfungen und nicht mal auf Diskussionen. Sehr wohl bin ich offen für Eure Rückmeldungen, was das von mir geschriebene mit Euch macht. Danke dafür!

Und jetzt trau´ ich mich, wenn auch mit klopfendem Herzen, es zu veröffentlichen!

Über das Ja und das Nein

JA GENAU, das mach ich: ich lasse mich operieren nicht von irgendeinem Chirurgen, nein von genau diesem – Professor Kolb – von meiner Seele begrüßt, ausgewählt nach vielen Kontakten mit anderen „Berühmtheiten“, für die vieles sprach – jedoch er musste es sein, JA genau. Es war ein lichtdurchfluteter Mai Tag, ein Montag um 9 Uhr früh im evangelischen Krankenhaus in Wien Währing, begleitet von meinem Mann an unserem Hochzeitstag – da wurde ich operiert von liebenden Händen, welche mir meine Brust beließen, dort wo nach State of the Art, sie mir zur Gänze genommen werden sollte.

So war es damals vor über 20 Jahren – Ja genau – eine unerschütterliche Gewissheit, der zu folgen ganz leicht ging.

In meinen zwischenmenschlichen Beziehung ist es schon schwieriger mit dem Ja und dem Nein. Vieles mischt sich da ein und oft sehe ich mich gefangen in inneren Dialogen wie dem folgenden:

 Will ich das? Meine Zeit mit einem Menschen verbringen, der für mich bedrohlich ist, in dessen Gegenwart ich mich nicht wohlfühle?

Ich glaub nicht.

Nur: hab´ ich das Recht, Nein zu sagen zu diesem Kreis, in dem wir beide mittlerweile seit fast einem Jahr einmal monatlich zusammenkommen, nur weil mir eine Person nicht so  angenehm ist.  

Und überhaupt jetzt, wo wir das bei unserem letzten Treffen angesprochen haben und wo es sich, Dank der wertvollen Unterstützung der anderen, doch auch irgendwie gelöst hat.

Und sogar etwas Versöhnliches im Raum gestanden ist. Wir beide sind halt so, jede ist, wie sie ist und jede gibt ihr Bestes und ja, da gibt es auch eine Zuneigung durch alle Schichten des Schwierigen hindurch.

Wir sind halt so, sehr verschieden, das ist nicht zu werten, nicht zu be-werten, schon gar nicht zu beurteilen. 

Das ist eine Gelegenheit zu Wachstum, zu Transformation. Solche Schwierigkeiten und Menschen, die uns herausfordern sind in unserem Leben, damit wir dran wachsen können.

Seh´ ich alles ein, verstehe ich sogar.

Nur: Es ist mir einfach unangenehm, mein Körper schreit in Form von Bauchschmerzen, nein, ich will das nicht, ich will es ganz einfach nicht.

Ich möchte es nicht aushalten müssen, ich möchte keine Grenzen setzen müssen, nicht aufmerksam machen müssen, wenn es mir wieder mal zu viel ist, in liebevoller Art, die andere verstehend.

Kurz scheint es klar, wäre da nicht auch die Angst zu kränken, kennen wir einander doch schon so lange – mehr als die Hälfte meines Lebens. Und überhaupt sind ja alle wirklich sehr nett, und ich freu mich ja auch und es ist ja auch immer wieder lustig und anregend. Und das wäre ja auch ein Verlust.“

So spricht es in mir. Und schon legt sich ein Nebel zwischen das Ja und das Nein und dieser trübt meinen Sinn.

Und ich sehne mich nach jener Bewusstseins-Klarheit rund um die 3 Krebsdiagnosen, wo ich jeweils glasklar wusste, was zu tun und was abzulehnen ist. Operation – ja, genau bei diesem Arzt, an diesem von mir gewählten Tag.

Bestrahlung –  jetzt noch nicht, aber dann nach der Zeit, die ich mir zugestanden habe – diese 4-monatige Bedenk-,  nein vielmehr Befühlzeit, voll bejaht, nein nicht im nahegelegenen Krankhaus, wo mich 36 Tage täglich ein Museum voller alter medizinischer Geräte, Folterinstrumenten gleich im Eingang begrüßt hätte, sondern da, wo ich die Wartezeit in einem einladenden, mit schönen Farben ausgestatteten Raum verbringen konnte.

Die State of the Art indizierte Einnahme vom Hormonsuppressivum Tamoxifen lehnte ich nach längerer Beschäftigung ab, wollte ich doch mit 41 Jahren nicht in einen vorzeitigen Wechsel versetzt werden mit allen Folgen.

Da war ich ganz klar. Das Ja und das Nein  ganz einfach.

Weil es um mich ging, nur um mich.

Dieses Eindeutige schwindet leicht einmal, wenn es um Beziehungen geht, hab´ den/die andere/n zu stark in meinem Empfinden, mit all den (vermeintlichen) enttäuschten, gekränkten, wütenden Reaktionen.

Das verstellt mir den Blick auf das, was dran ist zu tun – Ja oder Nein und Punkt.

Schon spüre ich einen Aufruf an mich, mir auch diese Bastion der un-bedingten Berechtigung und Freiheit zu einem Nein und damit zu einem Ja zu mir zurück zu erobern.

Mal sehen, wie das ausgeht.

Aufregend wird es allemal.

 

Flat Is Beautiful – der Lauf

Idee und Wirklichkeit

Plötzlich war sie da – die Idee.

Damals vor einem Jahr, als ich den Frauenlauf lief, da hatte ich die Idee. Sie half mir die 5 km, untrainiert wie ich so knapp nach der Operation war, zu bewältigen. Immer, wenn mich diese Idee während des Laufs ergriff, fühlte ich, dass es einen Sinn macht, hier zu laufen, in der Hitze und der Anstrengung.

Die Idee: das mach´ ich – ein Team gründe ich mit dem Titel „Flat Is Beautiful“. Ein Zeichen will ich setzen – ein Zeichen, dass die Brustlosigkeit unsere Schönheit und Weiblichkeit nicht mindert. Dass wir schön sind, ob unsere Brüste flach, klein, groß, verschieden, wie auch immer sind.

Und dann habe ich dazu eingeladen.

5 Freundinnen haben sich bei mir gemeldet, einige andere ihr Interesse bekundet und sich auch tatsächlich angemeldet. Clara, eine nahe Freundin lief zu meiner Freude für unser Team die zehn Kilometer mit einer tollen Zeit.

Viele Ideen hatte ich: Eine Selbsterfahrungsgruppe wollte ich ins Leben rufen, wo es um unsere Beziehung zu unseren Brüsten geht, eine Fotosession veranstalten, Medien kontaktieren.

Groß aufziehen wollte ich es und so war ich auch sehr glücklich, dass mich einflussreiche Personen kontaktierten, die großzügige Angebote machten  – und dann vergaß ich gleich einmal die Kontaktadresse – dort ging es offenbar nicht lang.

So beschränkte ich mich alsbald auf unsere kleine feine Gruppe und auch da hatte ich so meine Ideen. Zum Beispiel, dass wir – der engere Kreis –  einander ja kennen lernen sollten, zumindest einmal uns zusammensetzen.

Auch das kam einfach nicht zustande.

Oder dass wir ordentlich trainieren müssten, uns einer der Laufgruppen anschließen, konsequent den Trainingsplan einhalten. Das versuchten wir dann auch und liefen einige wenige Male bei einer der vom Frauenlauf organisierten Laufgruppen mit. Es war gut, dass wir das gemeinsam taten, denn ohne die aufmunternde Gegenwart meiner Freundinnen hätte ich die Anstrengung nicht ausgehalten. Unglaublich, wie lange 3 Minuten sein können und das 10 mal. Nein, das war es auch nicht.

Alsbald entließ ich mich und die anderen aus der Pflicht aufgrund der Erkenntnis, dass uns die Freude einen soll, mehr noch, dass wir ohnedies vereint waren in der Idee, egal welche Zeit und ob überhaupt jede von uns dann tatsächlich läuft. Das war sehr befreiend.

Siehe da, eine Woche vor dem Lauf fand sich ein Termin, wo wir die ganze 5 km Runde ablaufen wollten. Wir verirrten uns und auch das war lustig.

Die Idee, ein T-Shirt designen zu lassen, fand eine wunderschöne Verwirklichung. Ich traf zufällig eine Freundin Leni Artaker http://libellen.biz/kontakt/, welche ein  wunderbares Design gestaltete – mit einer Schönheitsköniginnen gleichen Scherpenaufschrift (Flat Is Beautiful) vorne und der Botschaft (Breast Cancer is not the End of Femininity) auf der Rückseite des Shirts. Leni schlug sogleich das Geschäft  „Guter Stoff “ https://guterstoff.com/– vor, wo die T-Shirts bio und fairtrade produziert werden. In einem heiteren Prozess der Abstimmung von T-Shirt- und Aufschrift- Farbe fanden wir die schöne Kombination eines sehr weiblichen Rosas und einer kupfergoldenen Aufschrift.

Alles war leicht, einfach und freudig.

Und dann war der Lauf und natürlich waren wir alle sehr aufgeregt, aber auch sehr freudig, das gemeinsam zu machen. Und es war anstrengend und es war heiß. Und stolz waren wir, diese Botschaft in die Welt zu tragen als die rosa Punkte im sonst orangenen Leiberlmeer. Unsere lieben Männer waren auch dabei, sie haben uns liebevoll begleitet, angefeuert, fotografiert und empfangen. Alles perfekt.

Was habe ich aus der Erfahrung gelernt:

– dass der Weg die Schritte vorgibt

– dass zwar der Spirit einer Idee leitend ist, dass ich jedoch nicht an einer Vorstellung über die Form der Realisation festhalten sollte,

– dass es um die Frage geht, was jetzt wirklich (!) getan werden will.

– dass es immer richtig ist, wie es ist.

– dass es beglückend ist, sich ohne Widerstand in den Fluss des Prozesses einzugeben.

– dass eine Gemeinschaft, die sich um eine als wahr erkannte Idee rankt und die Raum gibt, dass jede Person diese Idee in der je eigenen Art verwirklicht eine Vertrautheit schafft, die sonst nur in jahrelangen Freundschaften zu finden ist.

Angefragt über ihre essentiellste Erfahrung während der Unternehmung meinten meine Mitläuferinnen einiges, was auch Gerald Hüther in seinem Buch „Wie Träume wahr werden“ beschreibt:  „dieses Gefühl der Gemeinsamkeit und Vertrautheit, obwohl wir einander ja kaum kannten.“ (Hanna), „voll Stolz deinen Spirit hinaustragen“ (Marion), „meine essentiellste Erfahrung dabei war aber, dass ich soviel Energie mobilisieren konnte, trotz denkbar schlechter Voraussetzungen!“ (Marion), „Ohne Eure Unterstützung hätte ich es nie geschafft ..“ (Bettina), „Meine essentiellste Erfahrung? Dass ich das Ganze trotz Hitze und Anstrengung so genossen habe. Dazu hat das Gemeinschaftsgefühl mit Euch, allen anderen Frauen und allen weiteren Beteiligten sehr beigetragen.“ (Laura)

Oder wie Gerald Hüther zusammenfassend im oben genanntem Buch sagt: „Menschen, die nicht mehr gezwungen werden, die Vorstellungen anderer zu realisieren, sondern selbst ein gemeinsames Anliegen verfolgen, fangen an, auf ungeahnte Weise über sich hinauszuwachsen. Ganz allmählich beginnen nun immer mehr Menschen zu ahnen, welche Kraft und wie viel Potential sie zu entfalten imstande sind, wenn sie sich gemeinsam auf den Weg begeben, um etwas zu verwirklichen, was ihnen allen gleichermaßen am Herzen liegt.“

Natürlich habe ich/haben wir so einige Ideen für das nächste Jahr: dass wir wieder laufen wollen, dass ich mich durchgängig wohlfühle während des Laufs, dass ich natürlich eine bessere Zeit laufen möchte als dieses Jahr und dass unsere Initiative vielleicht wirklich eine größere Reichweite hat….

Mal sehen, wie es dann wirklich läuft…..

Rettungsanker

Bisweilen fühlt sich das Leben ganz schön schwer an. Dann bin ich keine strahlende Heldin mehr, die mit Tatkraft ein Projekt nach dem anderen angeht. Dann bin ich verzagt und könnte untergehen in der Verzagtheit.

Doch dann sind sie da, die Rettungsanker, wie zum Beispiel jetzt die Sendung über den Misthaufen in Ö1 – wie cool ist das, 5 Minuten über die Unterschiede zwischen Pferde- und Rindermist, mit einer derartigen Ernsthaftigkeit und der spürbaren Beglückung, dass er, der Herr Pöllinger über sein Spezialgebiet 5 Tage lang 5 Minuten sprechen darf. https://oe1.orf.at/player/20190429/550653

So gibt es Einiges, was mich aus dem Sumpf zieht:

– das Grün der Blätter, wenn ich sie wahrnehmen kann

– wenn ich mich erinnere, dass jede Rückkehr der Aufmerksamkeit zur Atmung kostenloses, einfaches Glück ist.

– das Gesichtchen meiner Tochter – ja sie ist schon 31 Jahre alt, aber das Gesichtchen gibt es immer noch, besonders morgens nach dem Aufstehen, wenn sie mal wieder auf Wien Besuch aus Montreal da ist und wir zusammen leben dürfen.

– ein bereicherndes Gespräch, in dem ich mich aus mir herausgehört fühle.

– die anrührende Zärtlichkeit in Schuberts Musik https://www.youtube.com/watch?v=Re44iVdo0bA

– oder Sätze wie jener der Zen-Lehrerin Katherine Thanas „When we are most completely ourselves, we´re most completely free of ourselves.“

– Stricken natürlich, besonders wenn mich komplizierte Muster herausfordern, weil alles rundherum dann untergeht.

So das waren jetzt die „(politisch) korrekten“  Zutaten eines guten Lebens – jetzt die tabuisierten, über die zu sprechen gar nicht so leicht ist.

Als diese sind:

– eine Serie schauen – nein, nicht die anerkannten, über die man sich mit anderen intellektuellen Menschen austauschen kann sondern solche, für die man sich genieren muss und die mir selbst teilweise zu blöd sind, die mir aber gerade in Krisenzeiten eine wenn auch eigenartige Heimat sind.

-Seeekt! ja auch das – tststs! – weil Sekt oder andere Alkoholika mich die im Trauma-Eis erstarrten Gefühle zum Ausdruck bringen lassen.

– ein Schlafmittel, weil sich dann endlich nach all dem Schlaf raubenden Aufruhr eine wohlige Entspannung ausbreitet

– und mein Freund Gustav, nein das ist kein menschlicher Freund, das ist mein freches Alter-Ego, der alles sagen darf und es auch tut.

Der größte Rettungsanker ist jedoch, wenn sich hinter all dem Dickicht meiner Leid bringenden Hirngespinste eine Lücke der Empfänglichkeit auftut und das Licht der Wirklichkeit mein Leben erhellt.

Und

auf einmal steht es neben dir,
an dich gelehnt –
Was?
Das, was du so lang ersehnt.

wie es der liebe Joachim Ringelnatz so schön ausdrückt….

Die Passion

Man/frau könnte meinen, dass die Krebsdiagnose zu den schlimmsten Ereignissen im Leben eines Menschen gehört. Für mich war es das nicht – wie schon öfter beschrieben.

Da gibt es vieles, was mich weit mehr belastet und leiden lässt. Jetzt gerade kommen beispielsweise  (quälende) Fragen hoch, ob ich wohl wertvoll bin, wenn ich nicht mal mehr psychotherapeutisch arbeite, ob mein Leben einen Wert hat, wenn ich es nicht durch bisweilen über meine Grenzen gehende Leistungen rechtfertige.

Ist mein Leben etwas wert, einfach wenn ich hier bin, hier auf der Erde?

Ist es noch etwas wert, wenn ich nicht an immer neuen Projekten, nicht an herausfordernden (wichtigen!) Artikeln arbeite, wenn ich keinen anderen Menschen helfe, wenn ich nicht spirituell praktiziere, mich (strengen) Regimen unterwerfe, wenn ich einfach mein Leben lebe – so wie ich es  in https://krebscoaching.org/2019/04/03/mein-gutes-leben/ beschrieben habe.

Da kann ich dann ganz schön verzweifelt werden und im Leid untergehen. Möchte sogleich einen Ausweg suchen, eine Lösung finden. Und weiß doch, dass sie nirgends zu finden ist. Dass es vielmehr um eine Bejahung, oder wie Thich Nhat Hanh meint, um eine Umarmung dieses meines Leides geht.

Tröstlich sind dabei die Worte von großen Menschen. Wenn zum Beispiel  Friedrich Benesch, ein Pfarrer der Christengemeinschaft, meiner religiösen Heimat, davon spricht, dass das Leiden zu einer Vertiefung, einer Verwesentlichung, einer Verinnerlichung führt, wenn es freiwillig angenommen wird, dann ermutigen mich diese Worte.

Und es ist erleichternd, wenn ich folgende Zeilen von der von mir sehr verehrten Pema Chödrön lese:

Things falling apart is a kind of testing and also a kind of healing. We think that the point is to pass the test or to overcome the problem, but the truth is that things don’t really get solved. They come together and they fall apart. Then they come together again and fall apart again. It’s just like that. The healing comes from letting there be room for all of this to happen: room for grief, for relief, for misery, for joy.

Tröstlicher noch als all das Gesagte ist die göttliche Musik von  Bach in der Matthäuspassion https://www.youtube.com/watch?v=YszmEsvI6h8

Und es ist wunderbar, dass ich über das Schreiben all das ausdrücken kann.  Dass ich mich dadurch über die Niederungen erhebe, mein Blick sich neuerlich lichtet und ich wahrnehmen kann, wie groß das Leben ist.

Und schon wird die Passion zur Passion – zur leidenschaftlichen Hingabe!

(M)ein gutes Leben

Das gute Leben ist anders. Anders als wir es uns vorstellen mögen und auch anders als es die Anderen leben. Das gute Leben ist mein gutes Leben.

Es ist kein perfektes Leben, das für mich das gute Leben ist. Und es schließt vieles ein, was nicht zu einem guten Leben zu gehören scheint – Hinfallen, Krisen, Scheitern, Hoffnungslosigkeit, Krankheit und Sterben….

Mein gutes Leben ist zuallererst still. Außen und Innen still. Es ist dies diese intensiv belebte Stille, die mir nur manchmal vergönnt ist zu hören.

Mein gutes Leben  muss ich nicht mit Ereignissen füllen, im Gegenteil. Es ist er- und nicht gefüllt – vom Leben selbst. Dann brauche ich keinen Zeitvertreib (sic!!). Folge nicht mehr den unzähligen Onlinekongressen auf der Suche nach noch mehr Wissen, weil ich mir gewiss bin, dass ohnehin alles, was gebraucht ist, bereits in mir lebt.

Nicht mal einen Theater- , Konzert- oder Vortragsbesuch brauche ich, wenngleich ich das eine oder andere vielleicht hin und wieder mache.

Einfach so.

Aber da bin ich mir gar nicht so sicher, wie ich mir auch nicht sicher bin, ob ich dann noch jemanden treffen will, einfach zum plaudern.

In meinem guten Leben trinke ich meinen geliebten Waldemar Kaffee, auch wenn mir mein Ohrakupunkturarzt sagt, dass der Coffein Punkt anzeigt, dass da was nicht so günstig ist dran.

In meinem guten Leben sehe ich mich verweilen. Im Jetzt könnte man sagen, wenn es nicht so kitschig klänge.

Ich liege viel herum. Kann mich am Nichts-Tun freuen. Dann stehe ich wieder auf, wenn sich ein Bedürfnis regt. Und bald einmal lasse ich mich wieder nieder. Bis ich einen Impuls verspüre, rauszugehen vielleicht an die frische Luft, mich zu bewegen, nein auch da nicht im Sinne eines Intervalltrainings, sondern wie auch immer. Oder eine Zeile zu schreiben oder….

In meinem guten Leben sind Menschen, welche aneinander innig interessiert sind. Einfach so, nicht aus Gründen der Netzwerkbildung, nicht um einer Funktion willen. Menschen, die sich aneinander freuen. FreundInnen im Herzens-Sinn.

In meinem guten Leben gibt es viel Dürfen und Wollen und kein Müssen im alten Sinne. Und weil dem so ist, muss ich mir jetzt auch nicht noch viele andere kluge Aspekte zum guten Leben einfallen lassen, sondern darf aufhören.

Jetzt.

Einfach so.

Vom Brot des Lebens….

Ich gebe es zu: ich bin sehr empfänglich für allerlei Gesundheitswissen.

So bin ich oftmaliger Gast von Online Kongressen zum Thema Ernährung, sei diese vegan, ketogen, Rohkost, Intervallfasten…

Und da erfahre ich vieles, was ich bislang noch nicht wusste und worauf frau achten sollte, wenn sie gesund bleiben oder werden will.

Viele dieser hier befragen ExpertInnen erläutern mit differenziertem Wissen, was zum Beispiel in der (Krebs-) Zelle vor sich geht, wenn man gewisse Nahrungsmittel zu sich nimmt oder weglässt. Das ist sehr beeindruckend.

Und so mach´ ich mich von dieser (einen!!) Sicht der Welt und des Lebens voll überzeugt alsbald ans Werk. Wie zuletzt nach einem wirklich profunden Vortrag über Gluten, das Klebereiweiß, das in nahezu allen Getreidesorten, vor allem im Weizen vorhanden ist.

Gluten macht das Brot oder Backwerk besser verarbeitbar und sorgt für einen größeren Ertrag.  Das sind Gründe, weshalb der Glutengehalt im normalen industriell verarbeiteten Getreide innerhalb der letzten Jahr-(zehnte) von unter 20 auf 80 % im Weizen gesteigert wurde.

Der hohe Gehalt wirkt sich nicht nur auf Zöliakie kranke Menschen aus, sondern führt zu Allergien und Unverträglichkeiten, auch solche, die wir nicht unmittelbar wahrnehmen, weil sie langsam verlaufen, z.B. als Entzündungen im Darm, die auch zum Phänomen des leaky gut führen.

Nun habe ich bei einer tollen Darmspezialistin Dr. Steinkellner vor einiger Zeit eine Stuhluntersuchung vornehmen lassen und aufgrund dieser erfahren, dass bei mir keine Gluten-Unverträglichkeit vorliegt. Das war für mich als Brotjunkie eine große Erleichterung.

Nein, ich möge es dennoch nicht im Übermaß konsumieren wegen der generell schädlichen Wirkung des hohen Glutengehalts. Das kann ich berücksichtigen, kein Problem!

Nun hörte ich jenen Vortrag, und ich hörte auch, dass man diese tieferen Prozesse einer Unverträglichkeit nur durch einen bestimmten, aufwendigen Bluttest vornehmen kann.

Und da schlägt dann bei mir die zu Extremen neigende Pitta-Struktur zu – fand ich doch alle Symptome in der Liste der Kriterien dieser sogenannten Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität. Sofort strich ich gleich mal alles glutenhaltige Getreide.

Sowieso kein Weißbrot mehr, aber auch kein Vollkorn-Roggen usw., alles wurde gestrichen und auf Amaranth, Quinoa, Reis, Mais umgestiegen.

Nie mehr – oder zumindest 2 Jahre lang.

Man könnte nun annehmen, dass die Symptome schon bald weniger wurden.

Dem ist aber nicht so, nach wie vor leide ich unter all diesen Symptomen. Darüber hinaus stellte ich eine innere Enge, eine Verschattung, eine Dimmung meines Lebenslichts und meiner Lebensfreude fest.

Nicht mal mehr….:-((

Und es reifte in mir der Gedanke – wie schon so oft – dass Gesundheit, meine Gesundheit nicht dadurch gefördert wird, dass ich mich (blind!) und radikal an Vorgaben halte, sondern dass ich das durchaus wertvolle Wissen zwar zur Verfügung habe und es mitbestimmend ist, was ich in welchem Maße zu mir nehme.

Dass es jedoch zu allererst darum geht, dass ich mit mir verbunden bleibe, meinem Körper Gehör schenke, wann er was will und braucht, und das in jedem Moment.

Dass ich mir folge.

So will ich mich neuerlich zurückerobern aus den Fängen der wissenschaftlich begründeten Gesundheits-Maßnahmen.

Will mich mir zurückgeben.

Sanftmütig will ich leben – mit mir und natürlich auch mit den Tieren und Pflanzen.

Achten will ich auf mich und das Ganze. Und derart mit mir in Fühlung, vertrauen, dass es schon richtig ist – im Sinne meiner ganzheitlichen Gesundheit – immer wieder auch ein gutes Brot zu essen, mit Bedacht zubereitet und aus wertvollem naturbelassenem Korn.

Schon merke ich, wie etwas aufgeht in mir und ein Samen an schöpferischem Tun-Wollen aufkeimt.

Der Satz „Life is bigger than you“, gesprochen von meinem lieben Körpertherapielehrer Michel Smith, kommt mir in den Sinn.

Dass das Leben größer ist als das, was ich zu mir nehme, selbst als der Umstand, ob ich im medizinisch-pathologischen Sinn gesund oder krank bin, und dass sich mein Leben weiterlebt über mein irdisches Sein hinaus.

Mich dessen zu erinnern, ist wahrlich heilsam.

P.S. Divine Perfection würde mein lieber Thomas Hübl sagen. Am Wochenende nach dem Blogbeitrag habe ich an einem Brotbackworkshop teilgenommen, veranstaltet vom ehemaligen Demeter-Bäcker Kaschik und seiner Frau Birgit Leitinger.

Neben einer Einführung ins Backen köstlicher Vollkornbrote und einem Ciabatta erfuhren wir viel über das Wesen des Korns, dass ein Roggen z.B. 1 Jahr auf dem Feld ist, dass Getreide im Unterschied zu Gräsern Tiefwurzler sind, dass sie 3 mal durchwärmt werden – von der Sonne, der Herzens-Arbeit des Bäckers und dem Ofen. Dass es darum geht, dass wir uns dem spezifischen Getreide anpassen. So ist es ein großer Unterschied, ob dieses im Schatten wächst oder unmittelbar der Sonne ausgesetzt ist.

Und dass der wesentliche Unterschied, ob ein Brot heilsam oder „kränkend“ ist, der ist, inwiefern wir dem Getreide in der Verarbeitung folgen und nicht umgekehrt, es unseren Produktions-steigernden Interventionen unterwerfen.

Dass es darum geht, dass wir dem Teig lauschen, wie das Herr Kaschik so liebevoll ausdrückte und ihn derart „bewirken“, wie wir ihn gehört haben. Derart verbunden kann das „Kulturgut Brot“ eigentlich nur heilsam sein!

P.P.S.: es war einfach zu verlockend – habe mich daher gleich mal übernommen mit dem Brotgenuss und wieder mal gelernt, dass ein Zuviel (auch an Gutem) niemals gut ist!

P.P.P.S: Die Brotbackkurse sind sehr zu empfehlen. Weitere Infos: www.kaschikdemeterbrot.at