Die Auferstehung des Menschen

Die Auferstehung Christi gilt als ein Mysterium, das nur Jesus Christus vorbehalten scheint.

Es ist tief in uns im wahrsten Sinne des Wortes „eingefleischt“, dass die Materie Materie ist und damit fest und unveränderlich. Beziehungsweise ist sie nur durch massivste Einwirkung von Materie auf Materie zu verändern. Dies geschieht in der Onkologie zum Beispiel durch Chemotherapie, Operation und Bestrahlung, damit soll die Materie Krebs bekämpft und zerstört werden.

Dem gegenüber stehen Erfahrungsberichte von Menschen, die trotz einer außerordentlich schlechten Prognose und teilweise unter Verzicht auf derart materielle Einflussnahme geheilt sind. Berichte darüber finden sich zum Beispiel in Büchern wie „Spontanheilung“, „Du bist das Placebo“, „9 Wege zu einem krebsfreien Leben“ und „Geheilt“ (siehe dazu auch die Buchempfehlungen auf dieser Seite) oder auch das wunderbare Beispiel von Miriam Reichel, die ihren als unheilbar geltenden Krebs und eine Überlebensprognose von 8 Wochen mittlerweile um mehr als 17 Jahre vollkommen gesund und glücklich überlebt hat https://krebscoaching.org/2020/06/30/krebs-leben-die-kombination-der-moeglichkeiten/.

Auch in der von der Deutschen Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr herausgegebenen Zeitschrift „momentum – Gesund leben bei Krebs“ stellen immer wieder an Krebs erkrankte Menschen ihren Heilungsweg dar.

Diese Menschen haben sich, teilweise weil die Schulmedizin nichts mehr für sie tun konnte, zu einem eigenen (geistigen) Weg entschieden und siehe da – Heilung geschah. Sie sind auferstanden.

Auch wenn sich Auferstehung oftmals nicht derart spektakulär vollzieht, findet sie meiner Ansicht nach auf dem Krebsweg oft statt. Dann beispielsweise, wenn wir herausgefordert sind, für unsere Bedürfnisse, unseren Therapieweg und für unser Leben einzutreten. Aber auch, wenn wir nach einem langen Leidensweg wie Phönix aus der Asche auftauchen und wieder zu Kräften kommen. Auferstehung kann aber auch wie Manuela Mutschler es versteht als das Finden der eigenen Essenz verstanden werden  – siehe dazu http://www.helfendekräfte.com/2016/03/26.

Letztlich steht uns allen die Möglichkeit zur Auferstehung zur Verfügung wie es vom weisen Friedrich Benesch im Buch „Ostern“ so treffend beschrieben wird, nämlich im Sinne einer „Vollmacht über das eigene Bewusstsein, Vollmacht über die schaffende, liebevolle Seele, Vollmacht über die sich verwandelnde Selbst erzeugende Auferstehungs-Leiblichkeit“.

Oder um es in meinen Worten zu sagen:

Vollmacht über all mein Angelegt-Sein und mein geistiges Potential, auf dass ich aus der Determiniertheit der Gesetze der Materie mich erhebe und die Gesetze des Geistes auf die Materie wirken lassen kann.

Die Hochschaubahn

Für mich ist das nichts – das Hochschaubahnfahren.

Wann man hinauffährt, weiß man schon, dass es bald einmal dem Abgrund entgegen geht.

Dann der höchste Punkt, da ist nichts von Aussicht genießen, ein kurzes Verweilen, dann geht´s  schon wieder in rasendem Tempo bergab.

Da könnte ich dann schon aussteigen – Boden unter den Füßen – einfach gehen auf einer Ebene.

Am 1.12. wurde ich aus dem Spital entlassen, nachdem ich in einen Abgrund stürzte, unerwartet und heftig – Mit dem Heimkommen konnte ich wieder Boden unter den Füßen spüren – da sein, mich spüren, Sicherheit. – UP

„Jetzt nach der schweren Corona-Erkrankung fängt ein neues Leben an, ein von Krankheit befreites Leben, eines, in dem das Wohlgefühl und die Freude vorherrscht“– dachte ich.

Ja die Lunge war noch geschädigt, verständlich, aber ich konnte Zeugin meiner Selbstheilungskräfte sein und schon bald ohne nachfolgenden halbstündigen Hustenanfall die Stiegen zu meinem Zimmer erklimmen – UP

„Zur Sicherheit machen wir ein CT, um etwaige profunde Schäden auszuschließen“, meinte der Lungenfacharzt Anfang Jänner.

Ganz sicher war ich nicht, ob ich das wollte, aber warum nicht.

Dann der Befund – da musste ich ein Wort lesen „suspekter blastomatöser Herd“.

Mittlerweile etwas kundig in der medizinischen Terminologie wusste ich sogleich, dass das wahrscheinlich nicht Gutes bedeutet.

Der Herr Lungenfacharzt bestätigte meine Befürchtung und drängte auf weitere Untersuchungsmaßnahmen – eine Biopsie und/oder ein PET-CT. Ich verhandelte mir 5 Wochen Regenerations- und Bedenkzeit aus.

Das gab mir erneut einen Boden unter den Füßen und so konnte ich beide Diagnoseoptionen  für 5 Wochen ausblenden.

Die tägliche Atemmeditation – sehr empfehlenswert – Quantum Light Breath von Jeru Kabal – trug mich in höchste Wissensgefilde. Ich wusste, dass alles gut ist und sein wird und war ruhig – UP

Der Tag des PET-CT rückte näher, ein mulmiges Gefühl beschlich mich schon im Vorhinein und dann wurden aus einem drei suspekte, weil stoffwechselaktive Herde – 2 in der Lunge und einer in meiner nicht mehr vorhandenen Brust (das gibt es auch).

Und wieder war es ein Wort, das mein Gefühlsgefährt hinunter stürzen ließ – SBL – „Sekundärblastomatöse Läsion“ – gar nicht gut, umgangssprachlich: eine Metastase.

Wow – damit hatte ich nicht gerechnet. Schwerkrank, ohne mich als solche zu fühlen. – DOWN DOWN

Dank meiner lieben Zwillingsschwester, die selbst Lungenfachärztin und Wissenschaftlerin ist, erhielt ich nähere Auskünfte. Leider musste ich erkennen, dass es ganz und gar nicht selbstverständlich ist, dass ich als Patientin mit der Nuklearmedizinierin selbst sprechen kann, wie es nicht mal selbstverständlich ist, dass der Befund nicht bloß dem zuweisenden Arzt sondern auch mir ausgehändigt wird. ,

Die Stoffwechselaktivität dieser drei Herde war nämlich zwar über dem Höchstwert, der als gesund gilt, aber dennoch nicht so hoch, dass mit Sicherheit ein höchst alarmierendes Krebsgeschehen sich in mir ausbreitet – UP

Schnell entschied ich mich für eine OP des Knotens am Brustrand, wollte ich doch keinen in die Rippe wachsenden Krebs riskieren.

Meine Chirurgin empfing mich im Aufwachraum mit der guten Botschaft – im Gefrierschnitt war kein (gravierendes) Krebsgeschehen zu sehen und auch im Entlassungsbericht stand „Exzision gutartiger Läsionen“

Welche eine Erleichterung – beflügelt verließ ich das Krankenhaus bereits am OP Tag. Jetzt nur noch die Narben verheilen lassen und dann einfach leben.

Die Histo stand zwar noch aus, dennoch war ich froh – UP

Dann der Anruf meiner Chirurgin – Leider ist es doch bösartig.

„Leider“ und „bösartig“ sind keine guten Worte im Zusammenhang mit Krebs und demensprechend erschüttert war ich von dieser Nachricht. Mittlerweile war ich bereits so verunsichert und entfernt von meiner inneren Stimme – die bis jetzt immer in genauem, intuitiven Wissen um das Geschehen war, dass ich mir alles vorstellen konnte – der Krebs, der ja bislang niemals kein wirklich böser war ist mutiert und es handelt sich um ein G3 und die Lungenherde sind wahrscheinlich doch Metastasen – DOWN.

Als der Befund dann tatsächlich da war, es ist wieder ein G1 – das heißt ein langsam wachsendes Geschehen – war die Erleichterung erneut groß – ein vorsichtiges UP.

Wie gesagt: Hochschaubahnfahren ist nicht so mein´s. Da schau ich lieber, was mir einen Boden unter den Füßen bereitet:

  • Wissen ist ein Boden
  • Eigene Forschung, mich nicht zufriedengeben mit dem Wissensstand der ÄrztInnen – ist ein Boden
  • Unbequeme Fragen stellen und lästig sein (dürfen) – ist ein Boden
  • Selbst entscheiden, wann, was richtig und stimmig ist, zu tun – ist ein Boden.
  • Menschen, die mich in der Gründlichkeit und Genauigkeit unterstützen – ist Boden
  • Menschen, die mir ihre Liebe bekunden und an meiner Seite gehen – ist ein Boden.
  • Dinge, zu tun, die mich anheben, ist ein Boden, ein Himmelsboden – zu meditieren, berührende Musik zu hören, zu schreiben, vor allem, wenn mein Schreiben aus einer höheren Ebene kommt.
  • Verantwortung zu übernehmen für mein Leben (mit Krebs) – ist ein Boden
  • Mein Leid, meine Sorgen, die Ratlosigkeit und Verzweiflung in göttliche Hände zu geben – ist ein himmlischer Boden.
  • In die Stille gehen, ist der profundeste Boden

Mit diesem Boden, der letztlich mein innerstes Zentrum ist, mit einem Bewusstsein über mein Ich, das durch alles durchzugehen vermag, kann ich mich den Bewegungen der Ups and downs (leichter) überlassen – mal mehr und mal weniger.

Ich muss den Atem nicht anhalten, kann das das Abenteuer des Lebens begrüßen, – mal mehr und mal weniger – und ich kann eine Sicherheit spüren, die nicht so leicht zu gefährden ist.

Dann wird die Achterbahn zur Hoch-Schau-Bahn und ich kann sehen, wie weit und groß das Leben ist.

Das Leben feiern!

Heute ist mein 4. Busenlos-Geburtstag.

Welch´ ein großes, freudiges Ereignis war das damals!

Vieles ist in der Zwischenzeit passiert, Vieles hat mir sehr zugesetzt, hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht und am Leben verzweifeln lassen.

Und dann Ende November, auf der Intensivstation, als ich einige Zeit zwischen Leben und Tod schwebte, habe ich zu tiefst erkannt, dass das Leben per se ein kostbares Geschenk ist.

So habe ich eine Entscheidung getroffen:

Den Flirt mit dem Tod zu beenden und das Leben, wie immer es sein mag, anzunehmen.

Diese Entscheidung wurde nach einer kurzen glückseligen Erholungszeit mit meiner Familie stark herausgefordert.

Ein CT und nachfolgend ein PET CT zeigte 3 suspekte Herde, 2 in der Lunge und einen in meiner nicht mehr vorhandenen Brust.

Das war ein schwerer Schlag.

Dennoch – Dank der liebevollen Unterstützung meiner Familie und FreundInnen hielt die Entscheidung für´s Leben – erstaunlich!

Und ich konnte unaufgeregt, nur hin und wieder unterbrochen von verschattenden Einbrüchen immer wieder ganz im Moment sein und das Leben, das ja – immer – ganz (für mich) da ist, erfahren.

Die Histo von der Brust-OP letzte Woche steht noch aus, und auch die beiden Herde werden wohl noch eine Weile da sein.

Dennoch – ich bin wild entschlossen, mich nicht von Befunden und meinen Stimmungen vereinnahmen zu lassen, meiner Entscheidung treu zu bleiben, und das Leben einfach zu leben, solange ich darf.

Und da ich mir, wie an jedem Geburtstag auch etwas wünschen darf, möchte ich das auch jetzt in buddhistischer Tradition tun:

  • Möge ich mich an meine Entscheidung fürs Leben erinnern, komme da, was wolle.
  • Möge ich mich an meinem Körper freuen, an seiner Lebendigkeit und wie lieb er mir dient und auch an seiner Schönheit.
  • Möge ich mir meine Wildheit, meine Lebendigkeit gönnen, auf dass ich das Lebenslicht in mir erleben kann.
  • Möge ich mit Jupiter (so habe ich den so leuchtend strahlenden Herd in meiner Lunge genannt) in friedlicher Koexistenz leben können.
  • Mögen meine Haare, die post-covid großzügig ausgefallen sind, erneut kräftig sprießen.
  • Möge ich mir meiner Weisheit bewusst sein und sie un-verschämt teilen.
  • Möge ich die Schöpferin in mir zum Ausdruck bringen, sei es im Schreiben, Malen, Tanzen…
  • Möge ich im Frieden sein mit allem, was geschieht.
  • Möge ich lieben und mich lieben lassen,
  • Möge ich oft und oft meine schützische Be-Geist-erung erleben dürfen.
  • Möge ich wissen, dass ich immer heil war, bin und immer sein werde.
  • Möge ich mich freuen am Leben!
  • Möge ich mich freuen am Leben!
  • Möge ich mich freuen am Leben!
  • Mögen alle Wesen glücklich, frei und im Frieden sein.

Der Corona/Krebs – Aufruf zum Selbst-Sein

Der Corona-Krebs – Aufruf zum Selbst-Sein

Mein Krebs wurde erstmals 1997 diagnostiziert, in der rechten Brust, ausgedehnt auf 10×8 cm zeigten Mikroverkalkungen, einem Sternenhimmel gleich, ein niedrig malignes Krebsgeschehen an.

Der erste Chirurg, den ich 3 Tage nach der Diagnose kontaktierte – ein honoriger Universitätsprofessor – machte gleich mal klar: „Da muss Alles weg – die ganze Brust, dann sei ich geheilt.“

Das war der eigentliche Schock – der Verlust meiner Brust mit 41 Jahren. Das wollte ich nicht. Soviel war sofort klar.

Glücklicherweise fiel mir das wunderbare Buch „Brustgesundheit – Brustkrebs“ von Susun S. Weed in die Hände. Dieses Buch wurde zu meiner Bibel. Hier las ich – und das tat ich im Bus, in der Straßenbahn, zwischen den Therapiesitzungen, abends, morgens, überall und immer – dass wir, die von einer Krebsdiagnose betroffen sind, uns Zeit lassen dürfen, zunächst einmal innehalten, nichts tun, auf die innere Stimme hören und diesen Eingebungen folgen.

Das tat ich. Und so fand ich meinen ersten Chirurgen, der mir meine Brust beließ und mich nur von dem betroffenen Teil befreite – mit einer derartigen Kunstfertigkeit und in Liebe zu mir als Frau, sodass schon nach kurzer Zeit nichts mehr zu sehen war. Wunderbar.

Man/frau möge meinen, dass die Zeit um die Krebsdiagnose verschattet war, dunkel, bedrückend. Das war sie nicht. Vielmehr fühlte ich mich in meinen Bewusstsein angehoben. Leben durfte ich endlich, mich zum Zentrum meines Lebens machen, Leben aus mir heraus.

20 Jahre später erhielt ich die nunmehr dritte Brustkrebsdiagnose. Wieder wurden multizentrische Krebsherde gefunden und erneut traf ich ganz klar eine Entscheidung: Ich trennte mich von beiden Brüsten nach nahezu 50 Jahren Zusammenleben.

Und es war gut und richtig. Auch das mit einer gnadenvollen Geistes-Klarheit, die mir jeden notwendigen Seelen-nahen Schritt zeigte.

Dieser Chirurg, diese Chirurgin, dieser Operationszeitpunkt, diese Ernährungsumstellung, dieser spirituelle Weg, diese Ayurvedakur, das Beenden von belastenden Beziehungen, das Zusperren meiner psychotherapeutischen Praxis usw. – all das, entstand aus meinem Innersten.

Und dann vor nahezu zwei Jahren: Corona.

Auch hier war und bin ich ganz klar, was für mich zu tun und zu lassen ist. Auch habe ich keine Angst vor der Krankheit – bei aller Um- und Vorsicht. Ich weiß, dass sie, wie auch mein Krebs, der ja mein Krebs ist, mit mir zu tun hat, mit meiner Lebensweise ebenso wie mit meinem Schicksalsweg.

So weit, so ähnlich.

Es gibt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes gravierende Unterschiede.

Ja, ich hatte es auch in Bezug auf meine Therapieentscheidungen wie viele andere, die sich für einen nicht orthodoxen schulmedizinischen Weg entschieden, mit Kopfschütteln, Infragestellen meiner Entscheidungen zu tun, und viele meiner Krebsgeschwister werden deshalb angegriffen, fallen gelassen und manchmal sogar mit dem Tod bedroht – „dann, wenn Sie diese oder jene Therapie ablehnen,  sehen wir uns am Friedhof!“ Wie in der katholischen Kirche wird mit der Verdammnis gedroht, wenn man/frau sich vom einzig wahren Glaubensweg entfernt.

Aber: es war mein Körper, mein Weg und wenn ich mir ein Herz fasste und für mich und meine Entscheidungen eintrat, erfuhr ich oftmals auch Verständnis, Interesse und Respekt – auch von schulmedizinischer Seite.

Das, womit wir es jetzt seit nahezu 2 Jahren zu tun haben, ist ein anderes Kaliber.

Von Anfang an wurde diese Krankheit über Risikofaktoren hinweg generell dämonisiert und Menschen, die versuchten, diese Gefährlichkeit – auch mithilfe von wissenschaftlichen Untersuchungen – zu relativieren, wurden sogleich mit Titeln wie CoronaleugnerInnen, Covidioten, AluhutträgerInnen disqualifiziert und ja auch verfolgt.

Die Gehirne der Menschen wurden beständig mit der vermeintlich allumfassend tödlichen Realität der Erkrankung aller wissenschaftlichen Evidenz zum Trotz infiziert.

Sukzessive kamen Menschen, die gerade noch aufgeklärt, vernünftig zum Geschehen standen, von Sinnen. Sie verloren ihre organisimische Urteilsfähigkeit und letztendlich das, was mein lieber Wilhelm Reich als Wahrheitssinn bezeichnete.

Das – und ich sage das jetzt mal ganz unverblümt – ist das wahre Verbrechen.

Weil ohne diese Basis unserer organismischen Wahrnehmungsresonanz, unserer Einschätzungsfähigkeit, was wahr und angemessen ist, was wir als richtig und falsch für uns erachten, ein gesundes, der (inneren) Körper-Geist-Natur entsprechendes Leben schwer, wenn nicht unmöglich ist.

Die Krebsdiagnose führte mich durch alle Schichten meines verbiegenden Geworden-Seins geradewegs in mein Fundament, in das, was ich wesenhaft bin. Sie ließ mich in eine den Himmel und die Erde verbindende vertikale Ausrichtung kommen.

Und hier findet sich alles Wissen, das für das Jetzt und Hier gebraucht ist – ein Wissen, das aus der Erfahrung der Vergangenheit gespeist ist und den Möglichkeitsraum der Zukunft in sich trägt.

Diese Aufrichtigkeit, dieses Selbst-Bewusstsein, im Sinne eines Bewusstseins meines Selbst gilt es in einer Krise zu erwecken, das ist meine Erfahrung.

Ich könnte auch sagen, es bleibt uns nichts anderes übrig.

Und nein, dieser Prozess ist nicht schwierig, nicht anstrengend, nicht hart, vielmehr ist es eine riesige Befreiung, eine göttliche Freude.

Und hier in der Tiefe unserer Wahrheit findet Vernetzung statt zu Gleich-Gesinnten, Menschen, die gleich schwingen.

Wir ziehen über die Kraft unserer Authentizität Menschen an, wo eine Herzensverbindung, eine Vertrautheit spürbar und ein freudvolles gemeinsames Schaffen möglich ist.

Es tun sich Welten auf, Gutes strömt uns zu, und Neues entsteht.

Ganz einfach!

Meine Brüste – ein Abschiedsbrief

…..geschrieben am 27.2. 2018, eine Woche vor der Ablatio 1)

Meine lieben Brüste,

Bald ist der Tag der Verabschiedung gekommen.

Niemals habe ich mich mit Euch so intensiv beschäftigt, wie jetzt in der Vorbereitung unserer Trennung.

Nein, es ist nicht selbstverständlich, dass Ihr nicht mehr zu mir gehören werdet, wie es nicht selbstverständlich war, dass Ihr zu mir gehörtet.

Noch eine Woche und unsere irdische Beziehung ist Geschichte.

Eine Geschichte, die vor nahezu 50 Jahren begann.

Gut kann ich mich noch erinnern, wie Ihr zu wachsen begannt, und stolz war ich, als ich meinen ersten BH, einen gelben, kleinen mit weißen Punkten, kaufte.

Eigentlich war ich ganz zufrieden mit Euch, wäre da nicht die Tante Anna gewesen, die meinte, ich gerate ganz nach meiner Großmutter. Deren riesige Brüste lagen wie weiße Schwämme auf einem ebenso riesigen Bauch.

Das war ein Schock, das wollte ich nicht. Vielleicht war das ja die erste Abspaltung, die erste Ablehnung, der Beginn einer grundsätzlichen Zurückweisung.

Und dann das Exponiert Sein.

Ich sehe mich, die Brüste verbergend an Baustellen vorbeigehen. Es war eine Initiation ins Frau Sein.

Brüste ist gleich sichtbarlich Frau Sein und das ist nicht gut, weil gefährlich, ausgesetzt dem männlichen Blick, ausgesetzt dem männlichen Zugriff.

Nie spielten sie eine wesentliche Rolle, was die Sexualität betraf. Zu intim das Ganze, nein, rührt sie nicht an.

Dann kam meine Tochter zur Welt und siehe da, sie lehnte meine linke Brust ab, nein daraus wollte sie nicht trinken. Da fühlte ich mich als Versagerin, wusste ich doch, dass es unbedingt zu einer Mutterschaft dazu gehört, das Kind über die Brust zu nähren.

Ihr lieben Brüste: Ich habe Euch wahrlich nicht gut behandelt, war weder stolz über, noch lieb zu Euch. Wären da nicht die beiden Krebsdiagnosen gewesen mit all den Behandlungen, die mir eine Beschäftigung mit Euch abverlangten, hätte ich Euch nie bewusst berührt und liebgehabt.

Jetzt, wo ich Euch mit einem Abschiedsblick ansehe, tut Ihr mir leid, das habt Ihr nicht verdient, sterben zu müssen vor der Zeit.

Es ist eine Opfergabe, Ihr seid eine Opfergabe und ich bitte Euch um Euer Einverständnis, dass diese Trennung unser „Ding“  hier ist, unsere gemeinsame Sache.

Und vielleicht kommen wir ja nochmal zusammen, als ein gutes Dreieck – Ihr zwei und ich – voll zu mir gehörig, mich erwürdigend und mit Brust-Potenz in einem weiblichen Sinne ausgestattet, nicht in einem pervertieren Verständnis von Macht und Attraktivität, sondern mit dem vollkommenen, würdigen Ausdruck meiner (unserer) Frauenmacht.

Von mir ausgehend, (mich) nährend und erkraftend.

Ja so soll es sein!

1)das Bild zeigt mich, meine liebe Tochter stillend am 2. Tag nach ihrer Geburt

Schön, die Dritte!

Heute vor drei Jahren am 6.3. 2018 trennte ich mich von meinen Brüsten und den Krebszellen, die sich in ihnen nieder gelassen hatten.

Man/frau könnte annehmen, dass das schrecklich war. Nein, das war es nicht, es war schön, alles rund um diesen Akt, den man Ablatio nennt, war und ist von einem lichten Schein erhellt. https://krebscoaching.org/2018/03/28/schoen/

Cut and Go war meine Devise – zuerst die Brüste und nein, the first cut was not the deepest.

Die „Arbeit“, die ich zu leisten hatte, begann erst danach.

Meine psychotherapeutische Praxis zu schließen – endlich – war der 1. Schritt. Nicht so einfach, wie ich dachte, musste mich von dem Gebrauchtwerden lösen, davon, dass ich nur etwas wert bin, wenn ich Sinnvolles tue, anderen helfe, mir auf die Schultern klopfen kann, wenn ich wichtig war.

Dann löste ich mich von der strikten Disziplin meiner spirituellen Praxis, der ich seit 20 Jahren folgte.

Auch das nicht einfach – nicht täglich unhinterfragt gleich nach dem Aufstehen mindestens 45 Minuten, besser noch 1 Stunde Yoga und Meditation zu praktizieren, damit ich auf dem spirituellen Pfad bleibe, nicht der geistigen Verdammnis anheim falle.

So ging es dahin.

Step by Step versuchte ich mit all den Überzeugungen, mit all dem mich belastenden Tun aufzuhören.

Corona war und ist ein wahrer Booster in diesem Prozess des Abschieds, der Ent-täuschung und der Genauigkeit mit mir selbst.

Was ist richtig zu tun oder vielmehr, was ist richtig zu lassen?

So sitze ich heute, am 6.3. um 15 Uhr 30, auf meinem Sofa, bin erschöpft vom Herpes Zoster, den ich seit 1 Woche in mir trage, kann auch, wenn ich wollte, nicht zur Demo, die man neuerdings Spaziergang nennen muss – gehen, hab´ nach wie vor ein schlechtes Gewissen, sehe, wenn ich meinen Blick hebe, die viele Schönheit um mich herum, den blauen Himmel, meine geliebten Platanen vor dem Haus, die Bilder meiner Liebsten auf dem Schreibtisch, das wunderbare, sanfte Grün der Wände.

Still ist es und – ich wage es kaum zu sagen – ich fühle eine Art Zufrieden-Sein.

Krebs Leben – die Kombination der Möglichkeiten

Das Buch von Miriam Reichel ist ein Schatz!

Es ist nicht nur ein Bericht über eine spektakuläre Heilungsgeschichte, die im 1. Teil beschrieben wird, und bleibt nicht nur bei einem persönlich getönten Erfahrungsbericht, sondern geht weit darüber hinaus.

So findet sich in 2/3 des Buches eine auf profunden Daten beruhende Analyse zu vielen Aspekten um eine Krebserkrankung und ihre Therapie.  Es zeigt damit auf, wie viel Unwissenheit im Zusammenhang mit Krebs und seinen Therapiemöglichkeiten nach wie vor herrscht.

Es gibt damit eine grundlegende Basis für einen bewussten, eigenverantwortlichen Weg,  der aus einer Kombination der Möglichkeiten besteht. Erholsamer weise verdammt die Autorin weder das eine – die Schulmedizin – noch das andere – die alternativmedizinischen Möglichkeiten.

Es sollte unbedingt am Beginn des Krebsweges und vor einer Therapieentscheidung gelesen werden, weil die hier gegebenen Informationen entscheidend sein können, ob und auch wie man den einen oder anderen Weg antritt.

Bereits im persönlichen Bericht, finden sich viele wertvolle Hinweise und Botschaften, von welchen ich die für mich Wesentlichsten beschreiben will.

Die aller wichtigste ist wohl folgende:

1. „Meine eigene Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass Krebs heilbar ist.“

Wohlgemerkt handelte es sich um ein Morbus Hodgkin Lymphom in Stadium 4b, mit einer Überlebensprognose von 8 Wochen.

  1. Man braucht, um den Weg zu gehen, einen kundigen Begleiter, der gleichzeitig die Verantwortung ganz bei dem betroffenen Menschen lässt. Das hatte Miriam in ihrem homöopathischen Arzt.
  2. Beginne da, wo Du beginnen kannst, eigenständig. Das war bei Miriam ihre Kohl- Diät, die sie über lange Zeit aufrecht erhielt.
  3. Halte Dich fern von Menschen, welche ihr – unüberprüftes – Wissen ungefragt an Dich heran tragen! Halte Dich fern von Menschen, welche Dich mit mitleidigen Augen betrachten, die nicht an eine Heilung glauben und Dir mit Drohungen und moralischen Appellen („Bist ja Mutter von kleinen Kindern“) nahe treten!
  4. Orientiere Dich an Krebsgeschichten mit einem wirklichen Happy End!
  5. Bevor Du in einen diagnostischen, oft auch belastenden Prozess eintrittst, sei Dir bewusst, welchen Therapieweg Du auf der Basis dieser Diagnose einschlagen willst!
  6. Sei Dir Deines persönlichen Heilungsziels bewusst! Miriam wollte nicht einfach ein paar mehr Monate überleben, sie wollte wirklich gesund sein mit allem, was dazu gehört.
  7. Stell Dir die Frage, was Du von Deinem Leben wolltest und was Du gerne verwirklichen willst!
  8. Nimm die Diagnose wahr, nicht jedoch alles was dran hängt – Statistik, Stigma, Prognose!
  9. Forsche, forsche, forsche – mach´ Deinen Krebs zu Deinem Forschungsprojekt!
  10. Wähle Ärzte, mit welchen ein dialogischer Prozess stattfinden kann, die Dich würdigen in Deiner Expertise, in Deiner Gründlichkeit und dies nicht als nervende Lästigkeit abtun!
  11. Lege Deine Marschroute fest und bleibe ihr beharrlich treu!
  12. Untersuche Deine grundlegenden Überzeugungen zum Beispiel zum Krebs und zum Tod und korrigiere sie, wenn sie einer Heilung nicht förderlich sind!
  13. Nicht jeder Krebs muss eine psychische Ursache haben, lass´ Dich also nicht beirren, wenn es Dir gut geht in Deinem Leben, Du mit Deinem Mann und Deiner Familie glücklich bist, was nicht heißt, dass Du etwas verändern kannst im Sinne eines Dir gemäßen Lebens! Miriam hat Ihre Juristerei an den Nagel gehängt, und ist in ein weit entferntes Land gezogen, wo sie mit ihrem Pferd – wunschgemäß – über den Strand galoppieren kann und Bücher schreibt.
  14. Sei nicht zu zimperlich mit Dir selbst in den Anforderungen, z.B. der disziplinierten Einhaltung der Diät!

Im 2. Teil geht Miriam anhand von ausführlicher Dokumentation von Forschungen auf  sehr wesentliche Fragen ein – z.B. welche Wechselwirkungen sich aus der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen usw. mit einer Chemotherapie ergeben.

Sie geht weiters auf Nahrungsmittel und für Krebs spezifische Diäten,   wie die Budwig oder Gerson Diät ein, und wie sie eine heilsame Wirkung entfalten können.

In Bezug auf die Chemotherapie werden Tests für Tumorprofile vorgestellt, mit welchen man feststellen kann, welche im konkreten Fall überhaupt wirksam sein können.

Es werden die Nebenwirkungen ebenso beschrieben wie Möglichkeiten, sie gering zu halten. Alles sehr detailliert, gründlich und übersichtlich.

Es wird beschrieben, wie wesentlich ein basisches Milieu ist und was man dazu beitragen kann.

In diesem Sinne ist es auch ein Nachschlagwerk, in dem man sich immer wieder vertiefen und damit neu motivieren kann.

Also, ich bin voll begeistert, wie man wahrscheinlich schon festgestellt hat.

Ich möchte nur einen Aspekt erwähnen, der mir wichtig erscheint bei der Lektüre:

Auch wenn alles Sinn macht, was Miriam zu ihrer Heilung unternahm, es sind wohl fundierte Entscheidungen, die da getroffen wurden und das wird auch sehr schlüssig dargelegt, ist es dennoch ihr Weg. Jeder Krebs ist anders und vor allem jeder Mensch ist anders. Bei Miriam war der Krebs ein existentiell bedrohliches Geschehen – es ging ums Überleben. Da geht es nicht darum, ein bissl von dem und ein bissl von dem zu machen, sondern um radikale Maßnahmen.

Bei mir selbst handelte es sich um einen langsam wachsenden Tumor, ein In situ Carcinom. In meiner subjektiven Kranheitstherorie war das Krebsgeschehen ein Ausdruck der erbarmungslosen Härte gegen mich und meine Bedürfnisse. Jahrelang hielt ich mich an diverse, „gesunde“ Diäten und befolgte sie mit großer Strenge.

Für mich war die Krebsdiagnose ein Aufruf, mehr Milde und Mitgefühl im Umgang mit mir walten zu lassen, damit endlich Ausdehnung stattfinden kann. Eine weitere strikte Diät hätte mein Lebenslicht gehörig gedimmt und mich in ein lichtloses Verließ gebracht, weshalb zwar eine grundlegende Orientierung an einer gesunden Ernährungsweise – in meinem Fall die ayurvedische Ernährung – gut war, nicht jedoch eine radikale Einschränkung, wie sie Miriam vornahm.

Ich möchte dies zu bedenken geben, weil ich weiß, dass Menschen, die in einer Krebs-Not sind, sich allzu schnell einem fremden Weg anschließen, wenn er einmal zum Erfolg geführt hat – für jemandem in einer anderen Situation, mit anderen Voraussetzungen.  Oder wie Miriam selbst sagt: „Jeder Weg kann der richtige sein, wenn er selbstbestimmt und aus Überzeugung beschritten wird – und nicht aus Unwissenheit und Angst.“

Das Buch endet mit einer wunderschönen, märchenhaft anmutenden wahren Geschichte von einem Mann, der Heilung erfuhr, indem er sich von der Welt zurückzog, ein rhythmisches, immer gleich bleibendes Leben führte, indem er täglich literweise Säfte trank, viel lief und an seinem (Lebens-)Projekt arbeitete.

Wie das ganze Buch zeigt diese Geschichte, dass alles möglich ist – wenn wir die Verantwortung für unsere Heilung übernehmen, wenn wir beharrlich und treu unseren Heilungsweg gehen, und wenn wir uns nicht vom Außen und dem, was über den Krebs so gedacht wird, beirren lassen.

Das Buch ist ein Booster für Mut, Tatkraft, Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und auch einer Prise Strenge, wie sie nur jemand äußern darf, der es mit einem derartigen Krebsgeschehen zu tun hatte.

Das Buch entfaltet so viel Kraft, weil es von einem wirklichen Krebsprofi geschrieben ist, von einer Frau, die weiß, wovon sie redet, weil sie es selbst erlebt hat und den  Weg gegangen ist. Es ist in diesem Sinne wirklich ein „verständnisvoller Ratgeber, geistiger Leitfaden und seelische Unterstützung. “

 

Danke liebe Miriam für dieses wertvolle Werk!

 

Corona, Facebook und ich

Soll ich oder soll ich nicht? Einfach aussteigen – Cut and Go in eine Fb befreite Welt ohne die eindringende Flut von Nachrichten, Einschätzungen, ohne den emotional hochgeladenen Austausch von Sichtweisen zur Situation, ohne den Zwang, mich zu Wort melden zu müssen.

Spür´ immer mehr, wie es mich auflädt, wie ich drin hänge, wie affiziert ich bin, wie die Welt um und in mir unter geht, wie ich das Leben, das eben jetzt stattfindet, nicht mehr mitbekomme.

Bald wird sie vorbei sein, die ruhigere Zeit, die für mich leider nie eine ruhige war. Schon spüre ich ein wehmütiges Bedauern, sie nicht besser genützt zu haben, das Unmittelbare zugedeckt von Medialem.

Ich bedaure es und ich spüre auch eine Selbstabwertung – ich hätte es anders machen sollen, hätte die Chance, mich in der Stille zu beheimaten, wahrnehmen, mich mit dem Wesentlichen beschäftigen sollen.

Glücklicherweise lese ich gerade das letzte Buch von der sehr verehrten buddhistischen Nonne Pema Chödrön, und hier, wo es, wie auch der Titel heißt, um das Willkommen heißen des Unwillkommenen geht, gilt es zu allererst, alle Facetten meines Seins da sein zu lassen, sie an – zu – erkennen, ohne mein Bewusstsein mit Selbst-Verurteilung zu trüben.

Also: Es gibt einen Sog, der mich schon am Beginn der Corona Krise ergriff, einen Sog, mich zu informieren, Bescheid zu wissen, auch und besonders was die „andere Seite“, der als Verschwörungstheoretiker verunglimpften Menschen wie Dr. Arvay, Dr. Wodarg, Dr. Schiffmann, Dr. Bhakdi und andere betrifft. Und hier wurde ich in facebook fündig. Das war gut.

Der „schlechte“, wenn man das so sagen kann, Teil ist das Sogartige per se, der zunehmende Verlust meiner Seelenfreiheit und meines Seelenfriedens, der stete Drang, nachschauen zu müssen, was es Neues gibt. Und damit auch sehen, wie anders die Situation auch von nahen FreundInnen gesehen wird. Nein, nicht im direkten Gespräch, wo wir zueinander sprechen, wo wir in direktem Kontakt sind, sondern in einem teilweise plakativen und polarisierenden, eigentlich unpersönlichem Austausch von Meinungen, ohne sich aufeinander einzulasssen, ohne Gelegenheit, den zutiefst persönlichen Hintergrund zu erfahren.

Überdies fühle ich mich durch die teilweise heftigen, impulsiven Reaktionen von Menschen, auch wenn sie nicht auf eines meiner Postings gerichtet sind, zunehmend aufgerieben und verletzt.

Ja, ich weiß, das bräuchte ich nicht, es ist aber – in Anerkennung von mir, wie ich halt so bin, einfach so.

Das alles tut mir nicht gut – das durch die Beiträge befeuerte innere Argumentieren, das sich verpflichtet Fühlen, für meine Sichtweise einzutreten, das damit verbundene Verschlossensein gegenüber dem Jetzt und Hier, vor allem die Dauererregung, in der ich seit Wochen bin.

In meinem 20-Jährigen Leben mit Krebs habe ich eines erfahren: dass es immer (nur) darum geht, den guten nächsten Schritt zu tun. Auch wenn er nur klein und unscheinbar ist, geht es nur darum, einen Schritt zu tun, der wie der geniale Eugene Gendlin sagt, das Leben fortsetzt.

Und das ist für mich ein Rückzug aus diesem Medium, wie und in welcher Form weiß ich noch nicht ganz genau.

Ich werde weiterhin meine Blogbeiträge über Fb online stellen, weil ich damit viele Menschen erreichen kann.

Darüber hinaus freu´ ich mich sehr, wenn Ihr an meiner Arbeit und meinen Texten interessiert seid und meinem Blog folgt und Euch der Kommentarfunktion bedient oder mich persönlich anschreibt und mich wissen lässt, wie es Euch geht und wo Ihr grade auf Eurer Lebens-Reise seid.

So und jetzt schicke ich ihn ab und danke Euch sehr für Eure Wahr-Nehmung!

(M)ein gutes Leben

Das gute Leben ist anders. Anders als wir es uns vorstellen mögen und auch anders als es die Anderen leben. Das gute Leben ist mein gutes Leben.

Es ist kein perfektes Leben, das für mich das gute Leben ist. Und es schließt vieles ein, was nicht zu einem guten Leben zu gehören scheint – Hinfallen, Krisen, Scheitern, Hoffnungslosigkeit, Krankheit und Sterben….

Mein gutes Leben ist zuallererst still. Außen und Innen still. Es ist dies diese intensiv belebte Stille, die mir nur manchmal vergönnt ist zu hören.

Mein gutes Leben  muss ich nicht mit Ereignissen füllen, im Gegenteil. Es ist er- und nicht gefüllt – vom Leben selbst. Dann brauche ich keinen Zeitvertreib (sic!!). Folge nicht mehr den unzähligen Onlinekongressen auf der Suche nach noch mehr Wissen, weil ich mir gewiss bin, dass ohnehin alles, was gebraucht ist, bereits in mir lebt.

Nicht mal einen Theater- , Konzert- oder Vortragsbesuch brauche ich, wenngleich ich das eine oder andere vielleicht hin und wieder mache.

Einfach so.

Aber da bin ich mir gar nicht so sicher, wie ich mir auch nicht sicher bin, ob ich dann noch jemanden treffen will, einfach zum plaudern.

In meinem guten Leben trinke ich meinen geliebten Waldemar Kaffee, auch wenn mir mein Ohrakupunkturarzt sagt, dass der Coffein Punkt anzeigt, dass da was nicht so günstig ist dran.

In meinem guten Leben sehe ich mich verweilen. Im Jetzt könnte man sagen, wenn es nicht so kitschig klänge.

Ich liege viel herum. Kann mich am Nichts-Tun freuen. Dann stehe ich wieder auf, wenn sich ein Bedürfnis regt. Und bald einmal lasse ich mich wieder nieder. Bis ich einen Impuls verspüre, rauszugehen vielleicht an die frische Luft, mich zu bewegen, nein auch da nicht im Sinne eines Intervalltrainings, sondern wie auch immer. Oder eine Zeile zu schreiben oder….

In meinem guten Leben sind Menschen, welche aneinander innig interessiert sind. Einfach so, nicht aus Gründen der Netzwerkbildung, nicht um einer Funktion willen. Menschen, die sich aneinander freuen. FreundInnen im Herzens-Sinn.

In meinem guten Leben gibt es viel Dürfen und Wollen und kein Müssen im alten Sinne. Und weil dem so ist, muss ich mir jetzt auch nicht noch viele andere kluge Aspekte zum guten Leben einfallen lassen, sondern darf aufhören.

Jetzt.

Einfach so.

Embrace

Zwei Tage nach der Totaloperation meiner Brüste vor einem Jahr sah ich am Frauentag den Film „Embrace“. Er hat  mich sehr berührt, weil er aufzeigt, wie sehr das Diktat, was als schön gilt, in uns Frauen wirkt. Und auch weil er ermutigend ist, zeigt er doch viele Frauen, die in Bezug auf ihr Aussehen und ihren Körper einen tiefen Transformationsprozess durchliefen.

Mir gefällt mein neues Brust-loses Sein. Mein Leben lang habe ich mich für meine Brüste geniert, obwohl sie „eigentlich“ schön waren, weder waren sie zu groß, noch zu klein, auch waren sie symmetrisch. Nichts auszusetzen. Immer fühlte ich mich exponiert durch sie, dem anonymen, männlichen Blick ausgesetzt, trachtete sie daher zu verbergen, mich einzustülpen.

Jetzt bin ich flach und die Scham ist vorbei, zumindest, wenn ich bekleidet bin, kann ich mich ohne Fritz und Fritzi, meine beiden Ergänzungsteilchen – auch unschön Prothesen genannt, einfach flachbusig zeigen. Selbstverständlich.

Dellen haben sie, wegen des oftmaligen Punktierens und auch Hautverfärbungen, die sich aufgrund der Hämatome nicht zurückgebildet haben. Und natürlich gibt es keine Brustwarzen mehr.

Nein genieren tu´ ich mich nicht dafür.

„Flat is beautiful“ wurde bald zu meiner Devise – (siehe dazu auch: https://krebscoaching.org/2019/02/.  Ich habe leicht reden, bin ich doch seit Jahrzehnten mit meinem lieben Mann verheiratet, der mich liebt und mich schön findet und begehrt, ob mit oder ohne Brüste, auch wenn er sie bisweilen vermisst.

Nur, wenn ich mir vorstelle, dass ich mich im Zuge einer Ayurvedakur massieren lasse oder in eine Sauna gehe, wird mir etwas unbehaglich zumute. Fühle mich aufgefordert, vorzuwarnen.

Da will noch etwas umarmt werden, sodass ich zu meinem Anderssein selbstverständlich stehen kann.

Im Film Embrace werden Frauen vorgestellt, die zum Beispiel aufgrund einer Verbrennung oder eines hormonell bedingten Bartwuchses vor die Wahl gestellt wurden, sich lebenslänglich zu verbergen oder aufwendige Prozeduren auf sich zu nehmen, um den Makel unkenntlich zu machen.

Und es werden viele –  schöne! – Frauen befragt, wie sie ihren Körper finden und die Antworten sind erschreckend – hässlich, zu fett, abstoßend… sei er. Das war schmerzlich zu hören.

Der Film war ein neuerlicher Weckruf, mich immer wieder zu versöhnen mit diesem meinen Körper, wie immer er ist.

Dass es darum geht, uns von der ständigen selbstbezüglichen kritischen Betrachtung unseres Äußeren zu lösen.

Dass es darum geht, nicht mehr unsere Zeit, unser Geld und unsere Energie zu investieren, um einer suspekten – künstlich kreierten – Norm zu entsprechen.

Dass wir Räume – in guter alter feministischer Tradition – kreieren, wo wir uns über all das ehrlich austauschen können und einander zeigen, wie wir aussehen und sind. Dass wir einander auch bekräftigen und unterstützen, in dem was wir eigentlich hier zu schaffen haben.

Dann kann unsere Lebenskraft in unser Wirken hier auf die Erde strömen, wo es ja wahrlich nötig gebraucht wird.