Diagnose Krebs – die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit

Die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit lässt sich für mich ganz basal und einfach so beschreiben, wie das mein verehrter Lehrer, Carl Rogers, der Begründer der Personzentrierten Psychotherapie so einfach in den Begriff der organismischen Bewertung gebracht hat. Gesundheit ist in diesem und in meinem Verständnis dann gegeben, wenn der Organismus die Führung übernimmt im Leben, und nicht die Konzepte und Bewertungsbedingungen, wie ein wertvolles Leben auszusehen hat.

Dass ich nicht dem Leistungsdiktat gehorche, sondern vielmehr den Gesetzen des Lebens. Dass ich das  Verbunden sein im alltäglichen Leben pflege, in der Achtsamkeit für meinen Körper, seinen Rhythmen und Zyklen der Ausdehnung und des Rückzugs. Achtsam zu sein, wann ich Ruhe, Einkehr, Rückzug brauche, wann es mich zum Rausgehen, mich ausdrücken drängt, ganz einfach mich hinzulegen, wann ich müde bin, zu essen, wenn ich hungrig bin, mich zu bewegen, wenn ich einen Impuls verspüre. etwas zu gebären, wenn es Zeit für eine schöpferische Tat ist.

Die Bedingungen für Gesundheit

Auf einer gemeinschaftlichen Ebene geht es darum, uns um eine  Bewusstheit und Überprüfung unserer Werte zu bemühen, dass  z.B.  das Erbringen von Leistung ein wesentliches Anerkennungsmerkmal für Menschen ist,  dass es gewürdigt wird, wenn man tapfer ist, gefasst  und bereit ist,  sich über alle psychischen und physischen Grenzen hinweg  einzusetzen, zu verbrennen, sich aufzuopfern und auszubeuten für andere oder um einer Sache willen.

Dass wir Begegnungen pflegen, wo wie Dispenza (siehe dazu auch die Buchempfehlungen) meint, höhere Emotionen gefördert werden, als diese sind: Dankbarkeit, Staunen, Ehrfurcht, Mitgefühl, Freude, Inspiration, Begeisterung, Wertschätzung und Selbstbestimmtheit und vor allem  Vertrauen  – ganz wichtig, Vertrauen in das Leben. Und dass wir uns mit Menschen umgeben, die uns anheben in unserem Verständnis von uns Selbst, und in deren Zusammensein wir uns in unserem Besten und Höchsten wahrnehmen können.

Letztlich geht es um dieses unser Geburtsrecht, uns in unserem Angelegt sein zu verwirklichen, in dem wozu wir hier auf die Welt gekommen sind, voller Vertrauen, dass genau das gebraucht und willkommen geheißen wird, an-genommen.

Dass es dieser je eigenen Tönung nicht hinzuzufügen gibt, schon gar nicht wegzunehmen, weil es immer schon vollkommen ist.

Und dass dies Seelen-Räume braucht, wo wir einander begrüßen und erkennen wollen.

Räume zu schaffen, wo diese An-Erkennung ausgedrückt werden kann. Also einen Teppich an Wertschätzung zu weben.

Dies alles verhindert vielleicht nicht, dass eine Krebserkrankung den Einzelnen trifft, es bereitet jedoch einen prophylaktischen Menschheits-Boden, wo meine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft nicht  über meine Angepasstheit an äußere und dann verinnerlichte Normen gesichert ist, sondern weil ich gewiss sein kann, dass ich durch meine je eigene Wesens-Tönung eine bereichernde Note in  der Melodie des Ganzen bin.

 

 

 

Ein Gedanke zu “Diagnose Krebs – die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit

  1. Manuela schreibt:

    Liebe Beatrix, das ist ein wunderschöner und wichtiger Beitrag. Gerade diese absurde gesellschaftliche Haltung, dass es umso mehr Anerkennung findet, je mehr wir unsere eigenen Bedürfnissen verleugnen, ist ein Faktum, das wir dringend anschauen müssen. Was ist so heldenhaft daran sich zu verleugnen? Woher kommt eigentlich diese Fehlleitung unserer Wertschätzung? Wann hat dies begonnen? Tapferkeit und das Über-sich-hinaus-wachsen waren immer schon wichtige Werte. Aber da ging es um Einzelerlebnisse, biographische Prüfungen. Aber diese Haltung, dass wir uns täglich, stündlich verleugnen, das war doch nicht immer verlangt, oder? Danke, dass Du dieses Thema aufgreifst.

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