I Agree – in voller Fülle!

I AGREE!

Ich stimme zu…..Ich stimme überein…..Ich bin einverstanden…..Ich befürworte….

Im letzten Blog Beitrag im November habe ich eingeladen, sich von den Bedeutungen von „I Agree“ anstimmen zu lassen. Einige LeserInnen haben geantwortet. Nun habe ich dem Beitrag Fülle verliehen mit meinen eigenen Gedanken zum Thema und dem was als Resonanz hinzugefügt wurde.

I Agree….

Dazu kann ich doch nicht zustimmen, damit kann ich doch nicht einverstanden sein, dass ich an Krebs erkrankt bin, dass mein Körper schmerzt, ich ängstlich bin, keinen Partner finde, meinen Job verloren habe, mich bedrückt und ratlos fühle, – wie kann ich damit einverstanden sein?

Alles wehrt und stemmt sich dagegen. Sicher nicht!

Das würde ja bedeuten, dass ich mich damit abfinde, aufhöre zu kämpfen, resigniere, mich und alle Hoffnung aufgebe. Sicher nicht!

Es würde bedeuten, dass ich das, was geschehen ist verzeihe, es ungeschehen mache, es in Vergessenheit gerät. Nein, sicher nicht!

I agree….

so wie ich es meine, nimmt nicht in Kauf, heißt nicht gut, was nicht gut ist, ist nicht ein moralisch getöntes Ja. Die Zustimmung, die ich meine ist genau da, wo ich jetzt bin.

Ich stimme zu, dass ich Angst habe und ganz und gar keine Hoffnung empfinden kann, dass ich mich ungerecht behandelt fühle, dass ich empört bin, dass ich mich zum Kampf bereit mache, ja sogar Hass empfinde und Ablehnung.

Zuzustimmen bedeutet in diesem Sinne für mich, dass ich mich in all diesen Emotionen anerkenne.

Ja genau so ist das.

Und schon weitet sich etwas in mir, alles wird leichter und eine Bewegung kann zu Ende kommen und eine neue beginnen.

Das ist Labsal.

Und es bedeutet nicht, dass ich nicht handeln werde, in meinem Einverstandensein sitzen bleibe. Ich werde sicher wieder aufstehen, handeln, nur dass dieses Handeln nicht aus der Angst und Abwehr kommt, sondern aus dem alles einschließenden Wahr-nehmen von dem was ist.

I AGREE.

 

I agree…


Ich stimme zu…..

 

Ich stimme überein…..

 

Ich bin einverstanden…..

 

Ich befürworte…..

 

Ich möchte das jetzt mal so stehen lassen und bitte Euch, damit in Resonanz zu gehen und zu spüren, was diese Sätze auslösen.

Ich danke für Eure Kommentare!

 

Über das Müssen, Dürfen und Wollen – Teil 2: Das Dürfen

„Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.“ Karl Valentin

Ist das Müssen für mich im Erleben mit einem Druck von oben, einer Verengung, einer Kontraktion, einem Kleinerwerden verbunden, so erlebe ich im  Dürfen eine Weitung, eine Öffnung, ein heilsames Aufatmen, letztlich eine große Befreiung.

Dürfen eröffnet das Feld von Möglichkeiten –  alles wird weit, vor mir liegen all die Schätze der Welt und des Universums.

Oftmals haben Menschen, welche an Krebs erkranken schon lange nichts mehr dürfen, waren ganz im Müssen. Pflichtbewusst erfüllen wir die an uns herangetragenen oder verinnerlichten Ansprüche, gehen einer Arbeit nach, die uns schon lange nicht mehr erfreut oder leben mit Menschen, die uns nicht gut tun, die uns nicht wahrnehmen.

Dann kommt die Diagnose, der Einbruch in das existentielle Fundament und plötzlich geht es nicht mehr um das Erfüllen von Ansprüchen, sondern um mich. Krebs gibt Erlaubnis, ich darf mich um mich kümmern, zum Beispiel endlich meinen Bedürfnissen nach Erholung und Ruhe, nach Selbstverwirklichung nachgehen – alles, was lange nicht mal denkbar war, ist auf einmal selbstverständlich – „Schau jetzt mal ganz auf Dich, ganz klar, dass das jetzt notwendig ist.“

Ohne Dürfen, ohne die radikale Erlaubnis, alles tun zu dürfen, wirklich alles, kein Lebens- und Genussmittel, das verpönt ist, alle Schätze der Welt vor uns ausgebreitet und uns zur Verfügung, kein Tabu, alles gut – erst auf dieser Basis können wir eine wirkliche Wahl treffen.

Tun wir etwas, weil wir es müssen, so ist oftmals ein in der Zukunft liegendes Ziel leitend – gesünder werden, besser auszusehen, sich Ruhm und Anerkennung erwerben, von sich sagen zu können, dass ich ein guter Mensch bin und so weiter.

Mit der radikalen Erlaubnis, indem wir uns gestatten alles zu dürfen, bringen wir uns un-mittel-bar ins Jetzt. Und damit in den Erfahrungsraum gegenüber dem Erfüllungsraum.

Indem wir zum Beispiel laufen gehen, um schlanker oder fitter zu werden, geht es vor allem um die Erfüllung einer Vorgabe – zum Beispiel mindestens eine halbe Stunde im Stück laufen. Wenn wir jedoch – jenseits von dem, was wir lesen oder hören, dem nachgehen, wonach uns ist und uns das erlauben, z.B. einfach eine Runde spazieren zu gehen oder immer wieder gehen und dann ein Stück laufen und wieder gehen und in Fühlung mit unseren Impulsen sind, so ist es der Moment, den wir genießen. Wir brauchen uns nicht danach auf die Schulter zu klopfen und den Wert aus der Tapferkeit, Überwindung, oder dass wir den inneren Schweinehund (was für ein Wort!) bezwungen haben, beziehen.

Es gilt zunächst uns von all den Konzepten und wissenschaftlich verankerten Vorgaben zu bereinigen und alles zu gestatten, das Schokolade-Essen genauso wie das Zigarettenrauchen – ja auch das!, das Alkoholtrinken genauso wie das faul – nein besser gesagt bequem –  am Sofa liegen. Dann erst können wir eine Erfahrung damit machen.

Bei allem, was wir nicht dürfen, bei allem, was wir müssen, schalten wir – so ist meine Erfahrung – das Bewusstsein ab. Entweder weil wir das, was wir glauben zu müssen nicht wollen und es damit auch nicht bewusst erleben können/wollen sondern nur absolvieren, oder aber, weil wir das, was wir nicht dürfen,  eigentlich ja gar nicht tun – schnell noch eine Schokolade bewusstlos in den Mund geschoben, mit dem richtigen Vorsatz für Morgen oder Montag.

Das Negative, Ausschließende hat offenbar keine wirklich förderliche Wirkung, was die nachhaltige Veränderung von Verhaltensweisen betrifft. Das zeigt sich am Effekt der grauslichen Bildern auf den Zigarettenpackungen, welchen zum Trotz dennoch die Anzahl der Raucher gestiegen ist.

Der kluge buddhistische Mönch Bhante Seelawansa meinte damals, als es nur schriftliche – ebenso unwirksame – Warnungen auf den Päckchen gab, dass folgender Aufdruck effizienter wäre:  „Rauchen Sie, aber rauchen Sie achtsam!“

Wenn wir bewusst etwas tun, dann merken wir, was wir tun, wir fühlen die Wirkung, die es auf uns und unseren Organismus hat. Wir können zum Beispiel bemerken, wie der Rauch sich in der Mundhöhle, im Rachen, in der Luftröhre und auch in der Lunge anfühlt, wir können erfahren, wie wir uns nachher fühlen und diese Erfahrung kann ein Korrektiv sein.

Erst auf der Basis, die nichts ausklammert, nichts tabuisiert, nichts verpönt und verurteilt, kann eine freie Wahl stattfinden.

Und es eröffnet sich die Frage: Ich darf, aber will ich denn?

Sterben ist anders.

Sterben ist anders. Das war Cordulas*  letzte Lektion an mich.

Sterben ist anders als ich dachte, als wir dachten, damals als sie mich bat, sie bei diesem ihrem Sterben zu begleiten. Was für ein Geschenk, was für eine Liebesgabe!

Damals im Oktober – 2 Monate vor ihrem Tod-  machten wir uns gemeinsam auf  ihre letzte Reise. Alles wurde geplant. Das Kleid, das sie nachtodlich zu tragen wünschte (das Hechterle!), die handgestrickten Socken an den Füßen, schön wollte sie sein, das war ihr, die ihr Leben dem Schauspiel widmete wichtig.

Gemeinsam mit ihrer lieben Schwester saßen wir zu dritt und gingen das Begräbnis durch. Die Musik wurde ausgewählt und zusammen gehört – Bohemians Rhapsody von den Queen sollte es sein – „Und dann werden alle weinen,“ sagte sie, sitzend in ihrem Bett – „aber Du darfst nicht, weil jetzt ist dein Auftritt, Beatrix!“ Ich sollte, ebenso wie ein Schauspielkollege und ihr Schwager einen Nachruf halten, in diesen Nachrufen die verschiedenen Seiten von Cordula beschreiben. Mein Part war dabei die Innenseite, das Zarte, Feine, Stille und Spirituelle zu zeichnen.

Eine Cordula, welche viele nicht kannten, eine Cordula, die erst in den letzten Monaten im Leben mit Krebs zum Vorschein kam. Eine, die sich um die ganz einfachen Dinge kümmerte, wie es das Reinigen der Badfliesen war, die das Suppenkochen zu ihrer Meditation machte. Eine Cordula, die versuchte, ihren Frieden mit den Menschen zu machen und dazu einen um den anderen einlud – zu sich nach Hause für ein letztes Zusammensein.

So macht man das, dachte ich damals – verzeihen, sich wirklich verabschieden, Altes ziehen lassen, Dinge verschenken, dem Tod ins Auge sehen, glasklar wissen, dass es jetzt nur mehr um das Sterben geht.

Eindrücklich ist mir in Erinnerung, wie sie mir auf meine Frage, was heute gemeinsam zu tun sei, antworte, dass es um ihr Sterben ginge, das sie nun antritt und bei dem ich sie begleiten möge. Damals musste ich sie bereits zuhause besuchen, die Schmerzen in den Knochen ließen keine Wege mehr zu, sukzessive nicht mal mehr den Weg zur Haustür oder ins Bad.

So saß ich bei ihr am Bett, massierte ihre Füße und wir sprachen über Gott und die Welt.

Sie wollte es gut machen –  ihr Sterben – und so übte sie auch dies nach einem Besuch einer Schamanin. Es war eine Qual für mich anzusehen, wie sie sich plagte, die Schwelle zu überschreiten. Es war eine Qual mit anzusehen, wie sie nichts mehr behalten konnte und sich dennoch so unbändig nach ihrem geliebten Mangosaft sehnte.

Das schnitt mir ins Herz, ebenso oder vielleicht noch mehr ihre Schroffheit, ihre Schärfe und Ungeduld. Und auch, wenn ich verstehen konnte, dass es ihre Schmerzen und ihr Ringen um ein Sterben Können waren, die dies verursachten, so fühlte ich mich persönlich angegriffen, verletzt und in unserer Beziehung verraten.

Wie schön und versöhnlich war es dann, als sie mir, die bereits keine Anrufe mehr tätigte und auch keine SMS versandte, ein paar Tage vor ihrem Tod ein SMS schickte, mit der Bitte dringend zu kommen – es sei so weit. Hier nahmen wir Abschied voneinander, und es war eine Versöhnung und ein Wissen um die Liebe in unserer Beziehung spürbar. Dafür bin ich dankbar.

3 Tage später starb sie – an meinem Geburtstag. Noch einmal kamen wir zusammen, um uns von ihr – die nachtodlich noch schöner schien als zu Lebzeiten – zu verabschieden.

Vieles hat mich ihr Sterben gelehrt – dass der Körper ein eigenes Gesetz hat, das leben will und an diesem Leben festhält, und dass dies großen Schmerz verursacht, und dass es zwar gut ist, sich bewusst vorzubereiten, den Abschied zu vollziehen, dass es aber dennoch etwas Unbekanntes, nicht zu Kontrollierendes in diesem Prozess gibt.

Genauso wie die Geburt meiner Tochter so ganz anders verlief, als ich es plante und mich auch in diesem Sinne vorbereitete, so scheint auch diesem Tod-Gebärens-Prozess etwas Unbekanntes inne zu wohnen.

Vielleicht ist ja dieses Bewusstsein um das Unbekannte, nicht zu Planende, Neue in diesem Prozess die einzige und wesentliche Vorbereitung auf das je eigene Sterben.

Liebe Cordula, Danke, dass ich dabei sein durfte!

*den Namen habe ich aus Gründen der Diskretion geändert.

Is this the real life, is this just fantasy
Caught in a landside, no escape from reality
Open your eyes, look up to the skies and see
………
Nothing really matters, anyone can see
Nothing really matters, nothing really matters to me
Any way the wind blows

Aus Bohemians Rhapsody von den Queen

Über das Müssen, Dürfen und Wollen

Teil 1 Das Müssen

„Du musst besser auf Dich schauen, Du musst Dich mehr lieben,  gesund essen, Sport betreiben, keinen Alkohol trinken, genügend Schlaf haben, alten Groll loslassen, verzeihen, in Frieden sein , Dich selbst verwirklichen, Dein Leben leben, wissen, was Du wirklich willst, positiv denken, Vertrauen haben, zuversichtlich sein, an die Heilung glauben….!“

All diese Sätze bekommen wir  – oft ungefragt – zu hören, wenn wir an Krebs erkrankt sind oder ihn verhindern wollen.

Die Welt ist voll von derartigen Ansichten, was gut und was schlecht ist, was krank macht und was gesund erhält oder heilt.

Ich bitte die Leser, sich die oben genannten Sätze einen Augenblick zu vergegenwärtigen und sie in ihrer Wirkung auf sich wahr zunehmen.

In mir kann ich bei all diesem Müssen eine Verengung spüren, ein ganzkörperliches Zusammenziehen, eine angsterfüllte Tönung, und gleichzeitig ein braves, artiges Erfüllen wollen, will ich doch gesund bleiben und einen Beitrag dazu leisten.

Ja das mach ich – 3 mal mindestens pro Woche Sport, wenig Kohlenhydrate, schon gar nicht das böse Weißmehl und den schlimmen Zucker, keinen Alkohol, am besten warm essen – das sagt die traditionell chinesische Medizin, und das klingt ja auch sehr logisch …

Ja das mach ich. Schon geht´s mir besser für einen Augenblick – bin ich doch mit diesen Gedanken an das Vorhaben in einer konfliktfreien Zone.

Ja das mach ich – nicht gleich jetzt sondern nach den Ferien, nach dem nächsten Geburtstagsfest, am 1. Jänner nächsten Jahres, oder beim nächsten abnehmenden Mond.

Der kluge, witzige Michael Musalek, Leiter des Anton Proksch Instituts in Kalksburg sagte einmal in einem Radiogespräch angefragt auf die weit verbreitete Praxis von Neujahrsvorsätzen: „Nehmen Sie sich nichts vor, was Sie sich vornehmen, wollen Sie nicht, sonst würden Sie es sogleich tun.“

Ja so ist das. Wenn ich mir etwas vornehme, dann lehne ich das, was ich jetzt tue, ab, weil es – so sagt man – schlecht ist. So ist es mittlerweile common sense, dass es ungünstig ist, am Abend Kohlenhydrate zu essen,  das Essen kann nicht mehr verdaut werden, und das ist schlecht ,und dick wird man auch.

Wenn wir diese Konzepte unreflektiert in uns rein lassen, in unseren Geist, dann erzeugen wir einen Konflikt, einen Konflikt zwischen einem gewohnheitsbedingten Bedürfnis z.B. sich am Abend  noch mit etwas Süßem oder mit Brot oder Nudeln zu verwöhnen und zu beruhigen einerseits und andererseits diesem – wissenschaftlich begründeten ? Konzept, das besagt, dass Kohlenhydrate essen schlecht ist.

Meiner Ansicht nach ist gerade dieser Konflikt das krankmachende, er erzeugt eine permanente Spannung, die sehr viel Energie in Anspruch nimmt und bis in die Zellen hineinwirkt.

Anders ist es, wenn ich diese Gesundheitsmaßnahmen, die durchaus ihre Berechtigung haben, ein-sehen kann – zutiefst verstehen kann, warum dies oder das sinnvoll ist. Dieses Verstehen kann einen Beitrag zur Veränderung meiner vielleicht tatsächlich ungesunden Gewohnheitsmuster leisten.

Auf dem Boden des Verstehens kann ein Annehmen stattfinden, das nicht von einem Müssen geprägt ist sondern von einem bewusstseinsmäßigen Bejahen. Diese tiefe Bejahung ist auf einer höheren Ebene jenseits der Dualität von Gut und Schlecht.

Es geschieht damit eine Öffnung für eine neue Erfahrung und das ist immer freudvoll.

Ja das mach ich. Gleich jetzt. Da freu ich mich drauf, Da kann ich endlich aus den alten Mustern, die mich träge und müde gemacht haben raus, kann mich erfrischen mit Neuem, Unbekannten und kann mich erfahren in einer nie gekannten Weise.

 

Diagnose Krebs – eine Heraus-Forderung für Angehörige und FreundInnen

 

Zumeist stehen nach einer Krebs-Diagnose die davon Betroffenen im Vordergrund, sie haben den Schock zu verarbeiten, die richtige Wahl zu treffen, und sie haben sich auch den teilweise hefigen Behandlung auszusetzen.

Doch auch für Angehörige und FreundInnen ist dies eine sehr schwierige Zeit – schwieriger vielleicht noch, weil sie nicht in mitten des Geschehens sind, das all ihre Kräfte bündelt und die Aufmerksamkeit fokussiert. Sie stehen außerhalb und sind oftmals auch unsicher, was ein guter hilfreicher Beitrag von ihrer Seite sein könnte. Im Eindruck des Leids und der Not des Nächsten fühlen sie bisweilen auch kein Recht, ihre Bedürfnisse einzubringen und ihren Gefühlen Ausdruck zu geben. Und oft sind sie mit nie gekannten Aspekten und Seiten eines wohlbekannten Menschen konfrontiert.

Eine Krebsdiagnose trifft einen Menschen im Kern, er ist grundsätzlich erschüttert. Diese Erschütterung bringt Seiten an der Persönlichkeit zum Vorschein, welche wir als die Nächsten vielleicht noch nie wahrgenommen haben. Vor der Diagnose war unser Freund beispielsweise ein umgänglicher, verbindlicher Mensch, bei welchem wir nichts zu befürchten hatten. Plötzlich ist dieser so freundliche Mensch unwirsch, schroff, in sich zurückgezogen, weist uns zurück, schickt uns weg, will uns gar nicht sehen, er, der immer höflich und mitfühlend und im Kontakt mit den Bedürfnissen der anderen war, stößt uns mit einem schroffen Nein zurück und sagt beispielsweise den lange ausgemachten Besuch kurzfristig ab. Das ist hart und verunsichert. Wir verlieren die Selbstverständlichkeit, wissen nicht mehr, wie wir uns verhalten sollen, wir werden immer verklemmter und sprachloser.

Auch wir haben Bedürfnisse, wollen nahe sein, unterstützen, am Laufenden gehalten werden, wollen teilhaben. Und müssen schmerzlich bemerken, wie wir zunehmend den Kontakt verlieren.

Ich erinnere mich an meine liebe Freundin Gundi, welche mich bat, sie in ihrem Sterbeprozess zu begleiten und ich fühlte mich geehrt, war beglückt von diesem intimen Herzensgeschenk. Und dann, in ihrem Ringen um ein Sterben-Können war sie so gar nicht mehr meine Gundi, ich musste stundenlang in der Küche warten, ehe mir die Pflegerin mitteilte, dass sie mich heute doch nicht sehen möchte.  Das tat weh. Je mehr sie sich dem Tod näherte, desto ungehaltener im wahrsten Sinne des Wortes wurde sie, mal sollte ich leise, mal ganz normal sprechen. Meine Verunsicherung wuchs und damit mein Halt, den ich in mir hatte, und den ich ihr geben hätte können.

Was können wir tun: Ich glaube, das Wichtigste ist anzuerkennen, wie groß mein Schmerz ist, den anderen als meinen …..zu verlieren, die Trauer, meine Angst aber auch meine Wut, so behandelt zu werden, das Gefühl, dass ich so eine Behandlung nicht verdient habe – all das will angenommen werden oder wie Thich Nhat Hanh sagt, mich in all dem liebevoll zu umarmen und zu halten.

Und dann kann ich schauen, welcher Ausdruck stimmt, was ich davon wie mitteilen möchte, aus meinem Herzen heraus zu sprechen.

Vielleicht hilft es auch zu verstehen, dass meine Freundin es mit einem überwältigenden Geschehen zu tun hat, das all ihre Kräfte beansprucht, und dass das nicht gegen mich gerichtet ist. Und vielleicht ist es dann ja möglich, ihr/ihm den Raum zu geben, den er/sie braucht.

Einfach zu bleiben  – als eine vielleicht letzte Liebestat.

 

 

 

Mit dem Krebs tanzen….(Kurzversion)

„Ich tanze mit der Angst, ich tanze mit der Freude“ heißt das Buch von Karoline Erdmann.

Das Buch ist unscheinbar, wäre da nicht diese Frau am Cover, welche die linke Burstseite entblößt mit einer Rose verziert einen Tango tanzt. Es hat mich tief berührt, weil es so viel beschreibt, was ich im Umgang mit Krebs als wesentlich erachte – die Genauigkeit mit den (inneren und äußeren) Fakten, mit den eigenen Gefühlen und der inneren Stimme, der Mut, Tabus zu brechen und sich beispielsweise kein Brustimplantat einsetzen zu lassen und im Gegenteil die brustlose Seite beim Tangotanzen zu offenbaren.

Vor allem ist es ein Aspekt, welcher mir wertvoll erscheint und welcher mit meiner Auffassung über die „Aufgabe“ der Krebserkrankung übereinstimmt  – die Krebserkrankung als einen Bewusstseinsweg zu beschreiten.

Karoline Erdmann tut das nicht in einer realitätsfernen abgehobenen Weise, nein sie zeigt, dass es um die Anerkennung aller am Weg liegenden (oft schmerzlichen) Tatsachen geht.

Das letzte Kapitel in diesem wunderbaren Buch trägt den Titel „Ich tanze mit dem Leben und ich tanze mit dem Tod“. Es ist derart essentiell für mich, dass ich es am liebsten Wort für Wort wiedergeben würde.

Es geht darin neuerlich um die Dankbarkeit dem Krebs gegenüber – „Ich begann zu fühlen, dass der Krebs fast ein Privileg war, wie ein Erlebnis, das mich viele Schritte in meiner Entwicklung vorangebracht hatte. Durch ihn begegnete ich dem Leben mit einer anderen Hingabe, einer anderen Freude, einem anderen Bewusstsein.“ ….“Durch den Krebs habe ich mich mit dem Tod auseinandergesetzt. Der Tod ist dadurch für mich zu einem Freund und Begleiter geworden, der mir das Leben bewusster und lebenswerter macht.“  Mehr noch „In meinem Leben mit Krebs kann ich die Krankheit als eine Herausforderung, annehmen, als einen Entwicklungsschritt oder als eine Gnade. Eine Gnade, weil sie mir die Chance gibt, vieles zu erleben und zu verarbeiten, was mir sonst verschlossen geblieben wäre.“ und weiter „Es war der Krebs selbst, durch den ich das erste Mal meine tiefe Verbundenheit zum Diesseits spürte und realisierte, dass ich die letzen fünfundzwanzig Jahre mit meinem spirituellen „Streben“ oft auf der Flucht vor dem Leben gewesen war. Ich hatte mich nach dem Jenseits“ gesehnt und war am „Hier und Jetzt“ manchmal vorbeigelaufen.“ S. 155

Sie entdeckt neben der kausalen, horizontalen die vertikale Ebene in ihrer Verbindung zu Gott. „diese beiden Ebenen schneiden sich und ich muss lernen, in ihrem Schnittpunkt zu leben, d.h., ich muss lernen, dieses Kreuz, diese Spannung auszuhalten.“

In diesem angehobenen Bewusstseinszustand kann sie erkennen, dass das ganze Leben ein Tanz ist und jeder Mensch seinen eigenen Tanz tanzt. „Ich sehe, wie sich die Reigen der Menschen berühren, ineinander verschlingen und sich wieder lösen, ein unendliches wundersames Muster, in steter Bewegung, in steter Veränderung. Und wenn ich dieses Muster betrachte, aus immer weiterer Ferne, dann sehe ich auch den Tanz des Diesseits mit dem Jenseits. Ich sehe, unser Leben ist nur ein Leben von vielen Leben, ein kurzer Tanz, ein winziger Schritt im unendlichen Tanz der Ewigkeit.“

Karoline Erdmann ist Anfang 2006 gestorben. Üblicherweise würde man sagen, dass sie dem Krebs erlegen ist, den Kampf gegen ihn verloren hat. Ihr Buch hat mir jedoch erneut gezeigt, dass es vielleicht gar nicht darum geht, am Leben zu bleiben – möglichst lange.

Und auch wenn der Tod eines Menschen auf der menschlichen Ebene traurig und schmerzlich ist, so ist es vielleicht noch wesentlicher, einen Bewusstseinsweg zu gehen, so wie sie ihn gegangen ist.

Und ich würde mir wünschen, dass sie (und auch ich) diese letzten Schritte auf ihrem Weg mit jener von ihr beschriebenen Überzeugung gehen konnte. „In mir ruht die tiefe Überzeugung, dass alles gut ist, so wie es ist, und ich begegne dem Leben mit mehr Demut. Ich nehme an, was mir gegeben ist. Der Krebs ist weder eine Strafe, noch ist er ein Ansporn noch mehr zu meditieren oder stärker zu glauben, sondern er ist in sich selbst mein Ja zum Leben, mein Ja zur Existenz und ich kann mein Leben mit Krebs lieben. …Ich will keinen „Kuhhandel“ mit Gott, ich will keine Bedingung mehr stellen. Das ist eine wunderschöne Erkenntnis, eine bedingungslose Liebe zum Leben.“  

Mit dem Krebs tanzen….

„Ich tanze mit der Angst, ich tanze mit der Freude“ heißt das Buch von Karoline Erdmann.

Das Buch ist unscheinbar, wäre da nicht diese Frau am Cover, welche die linke Burstseite entblößt, mit einer Rose verziert, einen Tango tanzt. Es hat mich tief berührt, weil es so vieles beschreibt, was ich im Umgang mit Krebs als wesentlich erachte – die Genauigkeit mit den (inneren und äußeren) Fakten, mit den eigenen Gefühlen und der inneren Stimme, der Mut, Tabus zu brechen und sich beispielsweise kein Brustimplantat einsetzen zu lassen und im Gegenteil die bloße Seite beim Tangotanzen zu offenbaren.

Vor allem ist es ein Aspekt, welcher mir wertvoll erscheint und welcher mit meiner Auffassung über die „Aufgabe“ der Krebserkrankung übereinstimmt  – die Krebserkrankung als einen Bewusstseinsweg zu beschreiten.

Karoline Erdmann tut das nicht in einer realitätsfernen abgehobenen Weise, nein, sie zeigt, dass es um die Anerkennung aller am Weg liegenden (oft schmerzlichen) Tatsachen geht.

Das beginnt bei der Würdigung der Todesangst bei der Diagnosestellung und dem Entschluss, die Krebserkrankung als Herausforderung für einen „konstruktiven Umgang“, wie sie sagt, zu nehmen. Sodann eine Therapiewahl zu treffen, die auf einer tiefen Erkenntnis beruht, – einem organismischen Ja zur Ablatio und die nicht aus „blinder Angst“ getroffen. wird. Sie schreibt: „Der allgemeine „Krebsterror“ um mich herum suchte Lösungen durch immer raffiniertere Mittel. Aber mir schien, die eigentliche Lösung lag in mir selber. …Wenn es nun gelang, gleichzeitig auch innerlich Frieden mit meiner Situation zu schließen, dann würde ich wissen, welche Behandlungsmethoden für mich im Moment, die richtigen waren.“ (S. 101)

Auch der Abschied von ihrer Brust wird bewusst vollzogen, sie lädt dazu einen Freund ein, der sie ein letztes Mal mit beiden Brüsten fotografiert.

Sie beschreibt die Zeit im Krankenhaus wie ein Wochenbett, – mit dem Bedürfnis nach Stille und Rückzug und dem Gefühl von großer Verbundenheit mit „dem Leben, mit Gott und einem inneren Frieden“. Und „alles ist intensiver – die Sonnenstrahlen hinter den Wolken, die Farben, die Gerüche, die Geräusche – alles konnte mich begeistern.“

Immer wieder ist sie mit allem in Frieden, nimmt die Verletzung ihrer rechten Seite zum Anlass, sich zärtlich um ihren Körper wie um ein gekränktes Kind zu kümmern.

Entschieden lehnt sie nach einer Zeit der Unruhe, Angst und Verzweiflung eine Chemotherapie ab. Auch das nach Einbeziehung aller Informationen und einer tiefen Erkundung, was die Chemotherapie neben der Vernichtung von Krebszellen noch alles bewirkt – und in Resonanz mit der eigenen inneren Stimme. Und siehe da, kein Infragestellen von anderen, vielmehr ein Begrüßen dieser Entscheidung – so ist es, wenn eine Entscheidung fest auf einem organismischen Fundament steht.

Karoline Erdmann spricht aber auch über ihre Todessehnsucht. Mutig beschreibt sie, wie erlösend es ist, dieses „Endlich darfst Du sterben“ anzuerkennen. Genauer betrachtet geht es dabei mehr um eine Er-Lebens-Sehnsucht, um die Sehnsucht nach einem Eins-Sein- mit allem.

Zurück im Alltag leistet sie viel Ordnungsarbeit, mistet aus, was nicht mehr zu ihrem Leben gehört und widmet sich auch der Ursachensuche, dem, was sie belastet und hemmt.

Sie beschreibt, was ich von so vielen Krebskranken Menschen gehört habe, dass die Zeit um die Diagnose und danach zwar herausfordernd ist, die Konfrontation mit der Alltagsrealität, mit den eingespielten Mustern jedoch überfordernd sein kann. Schnell ist sie wieder derart erschöpft, dass sie nur mehr weinen kann. Sie sucht therapeutische Hilfe und nützt diese als eine Unterstützung in der Befreiung von Altlasten und von zehrenden Schuldgefühlen, was sie wohl alles falsch gemacht hat, „um solche eine schreckliche Krankheit zu bekommen.“ Sie kann erkennen, dass dahinter eine tiefer liegende Schuld verborgen ist, die gegenüber der eigenen intensiven Sexualität, welche von früh an verpönt war. Auch das Verlassenwerden von ihrem „griechischen Gott“, mag zu ihrer Erkrankung beigetragen haben. Letztlich kann sie anerkennen, dass es wohl viele Ursachen sind, die dazu geführt haben dass sie an Krebs erkrankt. Und sie erkennt, dass sie schlicht und einfach Erholung braucht. Auch dies ist mir von vielen an Krebs Erkrankten sehr bekannt. Vor allem bemerkt sie, dass die Phantasie (über den Krebs und die Folgen) das Schreckliche ist, nicht so sehr die Realität und auch, wie sehr diese Phantasien die Angst nähren und umgekehrt.

Sie kann der Menopause, in welche sie durch das Tamoxifen gerät, viel Positives abgewinnen, dass sie langsamer wird, das präzise Gedächtnis nachlässt und auch dass das begehrende Wollen abnimmt, kann sie begrüßen. „Wenn ich mich nicht gegen diesen neuen Zustand wehrte, sondern ihn einfach akzeptierte, musste ich zugeben, dass mein Leben dadurch viel friedlicher geworden war.“ (S. 109)

So ist der Bericht ihres Krankheitsweges durchtönt von  einer grundsätzlichen Öffnung für alle Möglichkeiten und für die Erfahrungen, die sie damit macht. Und es zeigt sich für mich, dass wie in vielen spirituellen Traditionen beschrieben die bedingungslose Bejahung der Erfahrung zu Frieden führt.

Auch ist sie, wie viele andere an Krebs erkrankte Menschen, ihrem Krebs dankbar, weil durch ihn „jeder Augenblick kostbar wurde“ und sie „sich frei fühlte, zu tun, was ich wirklich wollte“. Und das war unter anderem Tangotanzen. Durch den Tanz und ihre Auftritte mit einer entblößten brustlosen mit Blumen verzierten Brust gelang es, diese in ihrer Schönheit wahrzunehmen.

Und als dann nach einem Jahr neuerlich Krebs festgestellt wird – diesmal in den Lymphknoten -durchdringt sie auch dieses Geschehen nach einer Phase des Schocks und der Angst mit ihrem Bewusstsein und erkennt, dass es darum geht, dem Krebs nicht feindlich gegenüber zu stehen, vielmehr noch, dass das Unkontrollierbare, das ihm innewohnt zum Leben dazu gehört.

Neuerlich lehnt sie die Chemotherapie ab und entscheidet sich für hoch dosierte Misteltherapie in Kombination mit Hyperthermie und der Einnahme von Enzymen. Diese aus dem Inneren getroffene Entscheidung beruhigt und lässt sie ihre Mitte wieder finden. „Es ging darum, an meinen Weg zu glauben und mit meinem Schicksal glücklich zu sein. Ich hatte inzwischen innerlich zu der „Unsicherheit mit Krebs zu leben“, ja gesagt. ich versuchte nicht mehr aus dem Druck meiner Angst heraus eine mögliche nächste aktive Phase von Krebs zu verhindern, sondern ich lernte aus Freude am Leben und mit Neugier nach neuen Behandlungsmethoden zu suchen, um so gut und gesund wie möglich zu leben.( S 136/137).

Sie kann endlich ihre „unermessliche“ Wut wahrnehmen und ihr gemäß handeln, indem sie z.B. all die Porträtphotos ihres geliebten griechischen Gottes vernichtet.

Ihre neu erwachte Kraft mündet in ein Projekt, das sie „Mammatango“ nennt, wo sie mit entblößter Brust auftritt und damit auch andere Frauen ermutigt, zu sich und ihrem Schicksal zu stehen und zu sehen, dass Schönheit nicht an Konventionen  gebunden sind.

Das letzte Kapitel in diesem wunderbaren Buch trägt den Titel „Ich tanze mit dem Leben und ich tanze mit dem Tod“. Es ist derart essentiell für mich, dass ich es am liebsten Wort für Wort wiedergeben würde.

Es geht darin neuerlich um die Dankbarkeit dem Krebs gegenüber – „Ich begann zu fühlen, dass der Krebs fast ein Privileg war, wie ein Erlebnis, das mich viele Schritte in meiner Entwicklung vorangebracht hatte. Durch ihn begegnete ich dem Leben mit einer anderen Hingabe, einer anderen Freude, einem anderen Bewusstsein.“ ….“Durch den Krebs habe ich mich mit dem Tod auseinandergesetzt. Der Tod ist dadurch für mich zu einem Freund und Begleiter geworden, der mir das Leben bewusster und lebenswerter macht.“ (S. 152)  Mehr noch „In meinem Leben mit Krebs kann ich die Krankheit als eine Herausforderung, annehmen, als einen Entwicklungschritt oder als eine Gnade. Eine Gnade, weil sie mir die Chance gibt, vieles zu erleben und zu verarbeiten, was mir sonst verschlossen geblieben wäre.“ und weiter „Es war der Krebs selbst, durch den ich das erste Mal meine tiefe Verbundenheit zum Diesseits spürte und realisierte, dass ich die letzen fünfundzwanzig Jahre mit meinem spirituellen „Streben“ oft auf der Flucht vor dem Leben gewesen war. Ich hatte mich nach dem Jenseits“ gesehnt und war am „Hier und Jetzt“ manchmal vorbeigelaufen.“ S. 155

Sie entdeckt neben der kausalen, horizontalen die vertikale Ebene in ihrer Verbindung zu Gott. „diese beiden Ebenen schneiden sich und ich muss lernen, in ihrem Schnittpunkt zu leben, d.h., ich muss lernen, dieses Kreuz, diese Spannung auszuhalten.“

In diesem angehobenen Bewusstseinszustand kann sie erkennen, dass das ganze Leben ein Tanz ist und jeder Mensch seinen eigenen Tanz tanzt. „Ich sehe, wie sich die Reigen der Menschen berühren, ineinander verschlingen und sich wieder lösen, ein unendliches wundersames Muster, in steter Bewegung, in steter Veränderung. Und wenn ich dieses Muster betrachte, aus immer weiterer Ferne, dann sehe ich auch den Tanz des Diesseits mit dem Jenseits. Ich sehe, unser Leben ist nur ein Leben von vielen Leben, ein kurzer Tanz, ein winziger Schritt im unendlichen Tanz der Ewigkeit.“ (S. 157)

Karoline Erdmann – so musste ich lesen – ist Anfang 2006 gestorben. Üblicherweise würde man sagen, dass sie dem Krebs erlegen ist, den Kampf verloren hat. Ihr Buch hat mir jedoch erneut gezeigt, dass es vielleicht gar nicht darum geht, am Leben zu bleiben – möglichst lange. Natürlich ist es auf der menschlichen Ebene traurig und schmerzlich, aber vielleicht ist es wesentlicher, einen Bewusstseinsweg zu gehen, so wie sie ihn gegangen ist.

Ich wünschte, dass sie (und auch ich) diese letzten Schritte auf ihrem Weg mit jener von ihr beschriebenen Überzeugung gehen konnte. „In mir ruht die tiefe Überzeugung, dass alles gut ist, so wie es ist, und ich begegne dem Leben mit mehr Demut. Ich nehme an, was mir gegeben ist. Der Krebs ist weder eine Strafe, noch ist er ein Ansporn noch mehr zu meditieren oder stärker zu glauben, sondern er ist in sich selbst mein Ja zum Leben, mein Ja zur Existenz und ich kann mein Leben mit Krebs lieben. …Ich will keinen „Kuhhandel“ mit Gott, ich will keine Bedingung mehr stellen. Das ist eine wunderschöne Erkenntnis, eine bedingungslose Liebe zum Leben.“  

Diagnose Krebs – die „gute Brust“

 

Die Wissenschaftlerin und Filmemacherin Bernadette Wegenstein hat einen sehr beeindruckenden Film gemacht – „The Good Breast“. Hier werden 4 Frauen mit Brustkrebs begleitet, welche in einem Krankenhaus in Baltimore in Behandlung sind. Bei allen Frauen wurde eine Totaloperation vorgenommen mit anschließendem Brustaufbau. Der Film hat mich inspiriert, mich näher mit dem Thema der – zumindest in den USA –  immer häufiger vorgenommenen Mastektomien zu beschäftigen.

Auch bei mir wäre eine Totaloperation indiziert gewesen, weil die Tumorausbreitung multifokal war und eine Teiloperation kein gutes Ergebnis (Entfernung des Tumors im gesunden Gewebe und auch kosmetisch) erwarten ließ. Dann sei ich geheilt, meinte damals der erste Chirurg, den ich kontaktierte. Da  sich dies nicht mit meinem Verständnis von Geheiltsein – immerhin war ich damals erst 41 Jahre alt – deckte, machte ich mich auf die Suche nach einem, der mir die Brust beließ, da wo sie state of the art total entfernt werden sollte. Dieser Chirurg tat eine derart liebevolle Arbeit, sodass nur ein mittlerweilen nicht mehr sichtbarer kleiner Schnitt um die Brustwarze herum von einer OP zeugt.

Damals – im Jahr 1998 – war der Spielraum von Arztwahl und Vorgangsweise noch größer. Es gab noch keine Tumorboards, welche grundsätzlich eine gute Idee sind, nur birgt das die Gefahr, dass unter dem Eindruck dieser gebündelten Autorität der Mut zur eigenen Entscheidungsmacht und der Mut für diese einzutreten für die Patientin geschwächt werden kann.

Ich bin sehr dankbar, dass ich mich damals im Dialog mit einzelnen Ärzten, welche ich frei wählen konnte, für einen mir angemessenen Weg entscheiden konnte.

Der besagte Film, der obwohl es sich um eine Dokumentation handelt,  in seiner Ästhetik einem Kunstwerk gleicht, bildet  mit nicht wertendem Blick die Wege von vier Frauen ab.

Dabei handelt es sich entweder um Fremdstoffimplantate oder aber um eine Aufbauplastik aus Eigengewebe. Da die Filmemacherin sich glücklicherweise nicht scheut, diese (zumeist mehrstündigen) Operationen zu zeigen, wird deutlich, welch massiver Eingriff das ist.

Auch die Ergebnisse werden gezeigt – empfindungslose Brüste, mit langen Schnitten, welche für mich wie prall gefüllte Fremdkörper aussehen, denen dann mithilfe eines Tatoos eine Brustwarze aufgemalt wird.

Mit Ausnahme jener Frau mit der Diagnose DCIS, welche den Verlust ihrer Brust sehr betrauert und  nach wie vor bezweifelt, ob eine solche Amputation notwendig war, waren alle Frauen mit einer derartigen Vorgangsweise – so wie es scheint – einverstanden und glücklich.

Jeder Frau sei es unbezweifelt überlassen, für welche Option – brusterhaltende OP, Totaloperation mit oder ohne Brustaufbau – sie sich entscheidet.

Die vermeintliche Frei-Willigkeit ist für mich jedoch in einem hohen Maße durch folgende Faktoren eingeschränkt:

– In der Schulmedizin hat sich die evidence-based medicine durchgesetzt, wonach die Behandlungsentscheidung auf der empirisch erwiesenen Wirksamkeit von Behandlungsmaßnahmen  getroffen wird. Das klingt zwar gut, weil sicher, ist es aber – näher besehen – leider nicht.

Im Buch „Heilimpulse bei Krebs“ (siehe Empfehlungen auf dieser Seite) stellt der Autor diese „sogenannte Objektivität“ mit harten Daten kräftig in Frage: Er schreibt: “ In der konventionellen Medizin gewinnen Leitlinien für die Therapie zunehmend an Bedeutung. Sie können als mögliche Variante der Behandlungsstrategie für Ärzte und Therapeuten in der Praxis hilfreich sein. Doch sie sind vor allem problematisch, weil sie nicht unabhängig, sondern mit einseitiger Orientierung in Richtung schulmedizinischer Methoden erstellt werden. Das medizinische Establishment, Politik und Krankenkassen setzen nicht leitlinienwillige Ärzte massiv unter Druck. Von 100 Autoren, die an insgesamt 37 Leitlinien beteiligt waren, bestätigten in einer kanadischen Untersuchung 87% Beziehungen zur pharmazeutischen Industrie (Quelle 5). ….“ (S. 45/46) . Weiters zitiert Irmey Studien, wonach „firmenfinanzierte Studien viermal so häufig zu Gunsten des Prüfpräparats ausfallen wie Studien mit anderen Geldgeber, dass Studienergebnisse, die ein positives Resultat zeigen, doppelt so oft veröffentlicht werden wie Studien mit Negativergebnissen oder eine Veröffentlichung von Negativergebnissen überhaupt unterbleibt, hingegen werden für den Sponsor positive Daten durch Mehrfachveröffentlichung in verschiedenen Zeitschriften überbetont.“ (Siehe Irmey, S. 46).

Aus diesen vermeintlich objektiven Ergebnissen bildet sich ein Konsens über ein Behandlungsvorgehen . State of the art bedeutet wörtlich übersetzt „Stand der Kunst“, und  umgangssprachlich „Stand der Wissenschaft.“

Bei mir änderte sich dieser Stand der Wissenschaft innerhalb von vier Monaten.  War bei meiner Art des Tumors im Frühjahr eine (brusterhaltende) OP mit nachfolgender Bestrahlung  indiziert, musste ich dann im Herbst, als ich mit der Bestrahlung beginnen wollte, erfahren, dass es nunmehr indiziert ist, beide Brüste sowie auch die Eierstöcke zu entfernen. Die Brüste könne man dann sofort – in einer 9-stündigen OP – wieder aufbauen. Alles kein Problem. Dieses Vorgehen war für mich undenkbar, und so nahm ich all meinen Mut zusammen, um dem Radioonkologen diese Entscheidung mit zu teilen und ihn zu bitten, dass er mich dennoch mit Respekt und medizinisch gut behandelt.

Auf dem Hintergrund der oben angeführten Tatsachen, vermute ich, dass Behandlungsleitlinien auch oder vielleicht sogar vor allem finanziellen Interessen folgen, die sich als Interesse am Wohl der Patientin verkleiden. Für die Patientin scheint es so, dass eine Mastektomie die  erfolgversprechendste Behandlung ist, mit der niedrigsten Rezidiv- und höchsten Überlebensrate. Nun weiß man jedoch, dass eine Mastektomie gegenüber einer brusterhaltenden Operation die Sterbensrate – mit Ausnahme bei hoher genetischer Disposition – nicht senkt. Ein Umstand, welche sogar die beeindruckende Chirurgin Lauren Schnaper,  um welche sich der Film rankt, betont – „a mastectomy does not save your life“. Es ist etwas verwirrend, warum sie das dennoch tagtäglich macht.

Die Patientin steht also einem Bollwerk an vermeintlich wissenschaftlich abgesicherten Aussagen gegenüber. Darüber hinaus ist sie durch die Diagnose in einem Angst- und Schockzustand, was bedeutet, dass die kortikale Aktivität nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Sie kann also schwerlich das ganze Feld der entscheidungsrelevanten Faktoren und vor allem ihre innere Stimme wahrnehmen. Sie wird sodann wahrscheinlich der Behandlungsweise zustimmen. Noch dazu, weil auf eine Auflehnung leider nicht selten Drohungen – „dann werden Sie mit einem Rezidiv zu rechnen haben“ oder einem Entzug der Behandlungsbeziehung – „dann kann ich nichts für Sie tun“ – folgen.

–  Der zweite Faktor, welcher die Entscheidung zu einem Brustaufbau beeinflusst,  ist der Umstand, dass die Identität einer Frau als Frau in der westlichen Welt an diesen „Hügel“, wie es eine anwesende Zuschauerin nannte, gebunden ist. Diese Übereinkunft, dass eine Frau nur eine Frau ist, wenn sie Brüste hat, bestimmt mit, dass auch derart massive Eingriffe wie ein Brustaufbau  in Kauf genommen werden. Mehr noch, unsere Brüste sollen in ihrem Aussehen Idealen gehorchen. Diese sind interessanterweise je nach wirtschaftlicher Phase unterschiedlich. Der Terror des Schönheitsideals lässt uns Frauen mit unseren Brüsten oft lebenslänglich hadern, auch wenn sie wunderbar aussehen, ob sie jetzt klein oder groß sind. Und unsere Wahl ist in einer derart hirngewaschenen Situation ganz und gar nicht frei. Auch das hat man in dem Film gesehen – vor allem bei einer Frau, die mehrere OPs über sich ergehen ließ, um ein optimales (!!) Ergebnis zu erzielen.

Dass frau mit ihrer Brustlosigkeit glücklich und ganz und gar weiblich sein kann und im Gegenteil ihre brustlose Brust un-verschämt zeigt, wird am Beispiel von Karoline Erdmann („Ich tanze mit der Angst – ich tanze mit der Freude“) deutlich. Sie beschreibt in ihrem Buch eingehend, wie sie sich für eine Mastektomie ohne Aufbau entschied. Entscheidend war dabei die Priorität für Gesundheit und Sicherheit, aber auch die Beweglichkeit, welche zu erhalten für sie als Tänzerin ein großer Wert war. Die Entscheidung war frei und  klar getroffen, die Brust, von welcher sie sich in einem Ritual verabschiedete, wurde frei-willig einem übergeordneten Interesse – Sicherheit, Gesundheit und Beweglichkeit – geopfert. Auf der Basis einer so getroffenen Entscheidung wird die Brust nicht abgenommen, sondern gegeben, Dies ist ein aktiver Akt, bei welchem die Frau nicht selbst zum Opfer wird. Sie ließ sich sodann eine ornamentale Blumenranke auf die brustamputierte Seite tätowieren,  und es ist diese Seite, welche sie in ihrem asymmetrisch geschnittenen Kleid bei ihren Tangotanzauftritten.entblößt. Wie schön!

Ich fände es sehr spannend und versöhnlich, gäbe es einen Film, der  Frauen würdigt, welche in diesem Sinne einen Weg beschreiten. Ihren Mut, ihre, Entschlossenheit, ihre Würde und letztlich ihre Schönheit zu zeigen wäre eine starke Bekräftigung für eine wahrhaft autonome Entscheidung.

Für mich und die Anwesenden hat der Film vieles berührt:

Es hat mir einmal mehr klar gemacht, dass ich einen derartigen Brustaufbau niemals vornehmen lassen würde. Das hat viele Gründe – vielleicht auch, weil in mir eine Amazone steckt. Aber auch, weil meine „gute Brust“ nicht nur im Äußeren lebt, sondern in meinem Inneren. Und diese Kraft und lebensspendende Macht kann man (!) mir ohnedies nicht nehmen.

Der Film hat mich aber auch meinen Brüsten wieder mit mehr Achtung und liebevoller Fürsorge zuwenden lassen, denn es ist ganz und gar nicht selbstverständlich, dass sie noch da sind, so ganz die Meinen.

Die Würdigung dieser unserer ureigensten Brüste finde ich in folgendem Text wunderbar ausgedrückt:

Altehrwürdige Brüste

Wir sind die Alten GroßMütter, und unsere Brüste sind sehr alt.

Vielleicht findest Du sie hässlich. Sieh, wie sie sich zur Erde neigen, voller Sehnsucht, mit jedem vergehenden Jahr ein Stück tiefer.

Wir lächeln, denn wir wissen, dass unsere Brüste eine unverwüstliche Kraft besitzen, sie sind biegsam, geschmeidig, leicht und nicht zu zähmen. Ob die Launen der Mode sagen, unsere Brüste müssten groß oder klein sein, spitz oder flach, mit Dekolleté oder ohne, gepolstert oder gebunden, betont oder verborgen, interessiert uns nicht.

Unsere Brüste fallen frei, unberührt von gerade gängigen Vorstellungen.

Ihre Kraft ist die Kraft des Lebens.

Die Kraft unserer Brüste ist die Kraft jeder Frau. So wie unsere Brüste Leben bedeuten, so bedeutet die Brust einer jeden Frau Leben. Auch du, EnkelTochter. Deiner Brüste Kraft ist die Kraft des Lebens.

Deine Brüste sind heilig.

 

(Aus dem Buch „Brustgesundheit – Brustkrebs“ von Susun S. Weed. Orlanda Verlag)

Über das Große und Kleine in uns

Wilhelm Reich´s „Rede an den kleinen Mann“ ist ein sehr herausfordernder Text, welchen ich nun schon zum wiederholten Mal vom genialen Ignaz Kirchner im Vestibül hören durfte.

Und wieder, wie schon zuvor, war ich zutiefst berührt vom Wahrheitsgehalt und der Zeitlosigkeit der Inhalte.

Der Text, der 1946 ohne die Absicht, ihn zu veröffentlichen von Wilhelm Reich verfasst wurde. „…. war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke sich selbst antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet.“ (so Wilhelm Reich im Vorwort)

Er  ist eine schonungslose Aufdeckung von all dem Kleinen und Kleinlichen in uns, davon, wann wir anderen die Verantwortung überlassen, Autoritäten mehr Glauben schenken als unserem inneren Sensorium und Wahrheitsempfinden. Und es ist ein Appell an unseren Kern, das Lebendige, das „gütig und naiv ist“.

Was hat das nun mit der Krebserkrankung zu tun:

Ich konnte an mir selbst und an vielen anderen an Krebs erkrankten Menschen wahrnehmen, wie wir aus Angst um unsere Existenz, dem um jeden Preis in der Gesellschaft verankert bleiben wollen, unsere tiefsten Sehnsüchte und (körperlichen) Bedürfnisse verleugnen, und das Leben zunehmend freud- und sinnlos wird.

Ich kann auch bemerken, wie die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, dann, wenn man sich nicht ausbeutet und über seine Grenzen geht,  zunimmt. Und dass, wenn  die Konkurrenz in den (beruflichen) Beziehungen und die Wachstumsorientierung  unser Leben beherrscht, wir uns zunehmend von unserem So-Sein, unserer Berufung entfernen und uns jegliche Kraft geraubt wird. Auch dominiert in einer Zeit allgemeiner Existenzangst die Anpassung gegenüber dem Mut zur Selbsteinbringung und dem Aufstehen.

Und dennoch gibt es da eine Sehnsucht –  eine Sehnsucht nach Gemeinschaftlichkeit, Emotionalität und intensivem Erleben. Dies – und auch das konnte Wilhelm Reich in seiner tiefgreifenden Analyse „Massenpsychologie des Faschismus“ zeigen, wurde im Nationalsozialismus  bestens „bedient“ – Zugehörigkeit zu einer (Volks-)gemeinschaft, auserwählt sein, groß und mächtig  sein. Der Preis war, wie wir wissen, hoch – Unterwerfung unter übermächtige Autoritäten, Leugnung des eigenen Empfindens bis zur Unmenschlichkeit, Entmenschlichung.

Und das hat – das konnte Reich in seiner jahrzehntelangen Forschungstätigkeit zeigen –  eine Basis: die Unterdrückung der biologischen, natürlichen Bewegungen des Organismus und damit die Entfremdung von unserem (biologischen) Fundament.

Wollen wir wirklich gesund sein, so geht es darum, unserem Organismus erneut Gehör zu schenken, wahrzunehmen,  wenn etwas zu viel ist, wenn wir über unsere Grenzen gehen, uns ausdrücken wollen, den  natürlichen Rhythmen zu folgen und uns auf unsere „einfache, anständige Natur“ zu besinnen.

Oder um Wilhelm Reich selbst zu Wort kommen zu lassen:

„Du fragst, wann dein Leben gut und sicher sein wird, kleiner Mann: Dein Leben wird gut und sicher sein, wenn die Lebendigkeit mehr bedeuten wird als Sicherheit, Liebe mehr als Geld, deine Freiheit mehr als parteiliche oder öffentliche Meinung; wenn  die Stimmung Beethoven´scher oder Bach´scher Musik die Stimmung deiner gesamten Existenz wird (du hast sie in dir, kleiner Mann, irgendwo tief verborgen in einer Ecke deines Wesens!); wenn dein Denken in Einklang, und nicht mehr in Widerspruch mit deinen Gefühlen wirken wird; wenn du deine Gaben beizeiten erfassen und dein Altern beizeiten erkennen wirst; wenn du die Gedanken der großen Weisen, und nicht mehr die Untaten der großen Krieger, leben wirst, wenn die Lehrer deiner Kinder, und nicht die Politiker, von dir besser entlohnt sein werden; ….wenn du Erhebung beim Anhören von Wahrheiten, und Grauen beim Anblick von Formalitäten verspüren wirst, ….wenn die Menschengesichter auf den Straßen Freiheit, Beweglichkeit, Heiterkeit und nicht mehr Trauer und Elend ausdrücken werden; wenn ihre Körper nicht mehr wie heute, mit zurückgezogenen, eingesteiften Becken und erkalteten Geschlechtsorganen auf dieser Erde wandeln werden.“

und weiter

„Es gibt nichts außer diesem: das Leben gut und glücklich zu leben! Folge deinem Herzen, auch wenn es vom Pfade ängstlicher Seelen wegführt. Verhärte nicht, auch wenn dich mal das Leben quält.“